OH WIE SCHÖN....

... ist diese Welt. Angelockt von der Aussicht wilde Tiere zu sehen, von exotischen Früchten zu kosten, über unbesiedelte Landschaften zu fliegen, mich in azurblaue Gewässer zu stürzen, hohe Berge zu erklimmen, tiefe Täler und ungezähmte Flüsse zu betrachten, die Überreste längst vergangener Kulturen zu besuchen und heute noch lebende Kulturen zumindest ein wenig kennenzulernen, bin ich vor fast 11 Monaten auf die Reise gegangen. Gefunden habe ich eine Welt, die so dermaßen vielfältig ist, dass es einem im wahrsten Sinne häufig den Atem verschlägt und die Augen anfeuchtet, voller Menschen – reisenden und ortsansässigen - die, bis auf eine sich im Promillebereich bewegende Minderheit, höchst zuvorkommend, hilfsbereit und aufgeschlossen sind. Die, egal welcher Herkunft oder Religion, allerorten bereit sind in kleinen wie in größeren Schwierigkeiten mit allem zu helfen, was in ihren Möglichkeiten steht. Gefunden habe ich viele Momente, in denen ich das Gefühl hatte, das wirkliche Glück in den Händen zu halten.

18 Länder auf 2 ½ Kontinenten sind es letztlich geworden, die ich mehr oder minder intensiv bereist habe. Aus einer Weltumrundung ist dabei fast eine Doppelte geworden und das allein durch die Flugkilometer. Innerhalb von 34 Flügen sind 75.500 Kilometer zusammengekommen. Die anderen tausende von Kilometern mit allen Fahrzeugen, die die Menschheit so erfunden hat, sind da noch nicht einmal berechnet. Dabei bin ich bei Temperaturen von -2°C bis +40°C in Höhen von -2 bis 5100 Höhenmetern eingestaubt, verschwitzt, von der Sonne verbrannt, einmal aus fast 2 Metern abgestürzt, eingeregnet, fast erfroren, mancherorts mit grauenhaften Rückenschmerzen und teilweise von Adrenalin bis in die Zehenspitzen aufgeputscht wieder ausgestiegen, aber mein Schutzengel hat immer durchgehalten und mich vor der größten Unbill bewahrt. Und er hatte dabei so einiges zu tun. Geschlafen habe ich in den unglaublichsten Absteigen, teils in Gesellschaft allerlei Getiers, doch größtenteils alleine und in angenehmen Herbergen.

Nun ist der Engel müde und möchte wieder in ruhigere Gefilde, nach Deutschland zurück. Panama habe ich irgendwie unterwegs nicht gefunden. Doch diese Reise soll sich ja nicht zu weit von der berühmten Vorlage von Janosch entfernen, Tiger und Bär haben Panama schließlich auch nie gefunden, sondern sind glücklich und zufrieden im vermeintlichen Panama – ihrem Heim – gelandet. Apropos Bär: der Gute hat die Fotografiererei und Reiserei satt gehabt und den Tiger bereits im Dezember verlassen. Ich glaube, dass ich das vergessen hatte zu erwähnen.

Alles hat also einmal ein Ende. Zwar hätte ich noch Zeit weiter zu tingeln um auch noch das 19. und 20. Land zu besuchen, doch irgendwann ist man einfach „durch“ und kommt mit dem Verarbeiten nicht mehr hinterher. (Oh nö, nich noch einen Strand!) Bevor ich die Vielfalt der einzelnen Länder endgültig nicht mehr schätzen kann, kehre ich lieber heim und spare mir diese Erlebnisse für ein nächstes Mal auf (und ich bin sicher, dass es ein solches geben wird).

Es ist also jetzt soweit: ich kehre zurück und freue mich auf mein Zuhause, meine Familie und meine Freunde. Das Nomadendasein ist sehr schön, doch irgendwann wird der Wunsch übermächtig einfach nicht mehr aus dem Koffer/Rucksack zu leben, ihn nicht immer wieder gewichtstechnisch reduzieren, nicht mehr nach Wäschereien, Strom- und Internetanschluss suchen, das Bett nicht mit Moskitos, Wanzen, Kakerlaken und Spinnen teilen zu müssen.

Telefonieren zu können ohne großartige Organisation, einfach so unter eine warme/heißen (!) Dusche in einer im Winter geheizten Wohnung steigen, im Supermarkt an der Kasse und einen ganzen Abend vor der Glotze hängend jedes Wort zu verstehen: wunderbar!

Oh wie schön ist Panama, mein kleines süßes Berliner Panama......


..... EL FIN!


PS: Vielen vielen Dank an die vielen netten Menschen, die auf die eine oder andere Art an meiner Reise beteiligt waren. Ohne sie wäre es nur halb so schön geworden:

Sebastian – wie soll ich Dir jemals danken?

Achim, danke für so vieles, die Buchhaltung, Gesundheitsversorgung, Kreditkartensicherung, Reisebegleitung, WG-Nachrichten und –Streitschlichtung sowie die Warentransporte.

Christian ebenfalls für die Reisebegleitung und den Warentransport

Thomas für die Besuche und Warentransporte,

Elisabeth dito,

Kirsten für die kontinuierliche virtuelle Begleitung,

Steffen für die viele viele virtuelle Kurzweil und die höchst amüsanten Emails, die in dieser Welt viele Internetcafebesitzer an den Rand des Wahnsinns (und der Geschäftsaufgabe) gebracht haben, weil ich einfach das übrige Publikum weggelacht habe.

...und natürlich meiner lieben Familie!

PSPS: Natürlich würde ich gerne meine Erlebnisse mit Euch allen teilen – sprich ich plane eine Diashow. Wer Lust hat ein paar Bilder – weit mehr und schönere, als in diesem Blog verarbeitet – zu sehen, ist herzlich eingeladen. Wenn ich meine Bilder aufgearbeitet habe, werde ich hier in diesem Blog einen Termin zum Schauen bekanntgeben. Also: Stay tuned!

PSPSPS: ich würde mich freuen, wenn Ihr, die Ihr regelmäßig gelesen habt, mir einfach mal einen kurzen Abschlusskommentar schickt.....

Kommentare

Anonym hat gesagt…
lieber Jürgen,
dein Reisetagebuch habe ich immer mit Spannung und viel Freude gelesen. Leider waren auch meinerseits 10 tägige Pausen dabei.
Beim Lesen deiner Berichte warst du in manchen Momenten gar nicht so weit weg, weil du sie so frisch und lebendig geschrieben hast. Ich habe mich dadurch z.T. an meine Asienurlaube erinnert und konnte die Atmosphäre nachempfinden. Viele freundliche, hilfsbereite Menschen, die ein ganz anderes Leben führen und vielleicht glückicher / zufriedener sind als die Europäer.
Ich möchte mich bei dir für deine lebhaften Berichte / Schilderungen ganz herzlich bedanken und freue mich, dich bald mal wieder zu drücken. Rosanna
Weserkrabbe hat gesagt…
Hallo Jürgen, ich bin durch Zufall auf Deinen Blog gestossen und bin nicht wieder davon losgekommen. So interessant und spannend waren Deine Berichte, dass ich das Gefühl hatte, ich habe diese Reise miterlebt. Und ich denke ich habe einen guten ersten Eindruck über die von Dir bereisten Länder gewonnen und weiss nun wo ich vielleicht noch einmal hin möchte oder wohin ich ganz bestimmt nicht mehr hinreisen möchte. Vielen Dank für die tollen Reiseberichte und Dir wünsche ich eine gute Heimreise und ein gutes Ankommen zuhause in Deinem Panama. Und auf die Diashow freue ich mich auch schon.
Herzlichen Gruss
Brigitte
Anonym hat gesagt…
Chapeau Yobond! Herzlichen Dank! Bin froh , dass du wohlbehalten, unbeschadet und so reich an Erlebnissen und Erinnerungen wieder zurückgekehrt bist. Dennoch ist ein wenig Wehmut in mir. Eine Institution ist beendet, der morgendliche Mausklick voll Spannung, um zu sehen wo Du steckst, was Du treibst und wie es Dir geht, fehlt mir jetzt schon! Auch Dir danke ich für die vielen e-mails, es war herrlich sich über Viamonte und die Segelohren des Kellners in Südpatagonien und Vieles mehr auszutauschen lol Auch ich bin irgendwie von einer langen Reise zurückgekehrt. Danke, dass ich teilhaben durfte. Dir jetzt weiterhin eine sanfte Landung im sommerlichen Berlin, stay tuned Steffen
Anonym hat gesagt…
Hmmmm, irgendwie ist mein Kommentar nicht angekommen. Also noch einmal...

Lieber Jürgen,

ein dickes Lob für das wirklich vorbildliche Führen deines Reisetagebuches. Ich glaube, nur wenige haben wirklich daran geglaubt, dass du das so konsequent durchhältst. Die treue Leserschaft hat dir das Schreiben aber auch leichter gemacht, gell? :-)

Ich hätte übrigens nichts dagegen, mir ein paar von den sicher tausenden von Dias/Photos von dir persönlich kommentieren zu lassen, um anschließend endlich unseren seit Jahren geplanten Besuch eines bestimmten Etablissements der Berliner Subkultur wahr werden zu lassen.

Liebe Grüße von
Dschey Oh aus HH
Anonym hat gesagt…
Hallo Jürgen,

auch uns hat dein Reisetagebuch sehr gefallen.
Haben ja erst nach unserem Kennenlernen in Laos im November von deinem blog erfahren. War nach unserer Rückkehr aber die tägliche Lektüre. Freuen uns, dass du gesund und wohlbehalten zurückgekommen bist. Bleiben in Kontakt.
Liebe Grüße aus Ingelheim von
Andrea und Manfred
Anonym hat gesagt…
Lieber Jürgen, in der Mitte des Lebens hast du dich aufgemacht in die Mitte der Welt und bist hoffentlich mittig bei dir angekommen.In der "Mitte des Lebens" steht:"Jeder weitere Tag, den du hier verbringst.Du gewöhnst dich an die welt der Kleinen Leute. Deine Fußstapfen werden tiefer mit jedem Weg, den du hier zurücklegst. Dein Horizont wird kleiner mit jedem Blick aus dem Fenster..." Für mich warst du fast ein (sehr bewegtes) Jahr mein Fenster in die Welt und in dieser Zeit habe ich deine Fußstapfen verfolgt, dich beneidet und mich auf all die Fotos gefreut, die es jetzt zu schauen gilt. Mit jedem Blick durch dieses Fenster in die Welt wurde mein Horizont weiter... Dafür Dank! Ich denke, deine Fußstapfen werden sichtbar bleiben und lange Zeit nach Panama-Bananen duften. Ich wünsche dir jetzt ein Ankommen in Panama und viel Zeit für das Erinnern. „Erinnern ist Sehnsucht“ formulierte Robert Walser - die möge dir erhalten bleiben - für die nächste Auszeit!
Herzlichst Kirsten, deine Deutsch-Jabi
Anonym hat gesagt…
Hallo Jürgen,

schön, dass Du wieder da bist !!
Ohne Dich war Berlin n Stück ärmer ;)
Ich hoffe Du hast alles gut überstanden und kannst Dich an das "normale" Leben wieder gewöhnen ;))
Sei ganz lieb umarmt!!

Sascha
Anonym hat gesagt…
Liebes,

da passt man mal ne Weile nicht auf, und schon biste wieder da - hab mit dem Mitlesen geschlampert, entschuldige bitte, muss mir mal n Abend Zeit nehmen und Deine Reise nachvollziehen... so schnell geht ein Jahr um - Hammer. Hoffe, Du wiederholst nächstes Jahr die Diashow für mich - bin dann gleich (28.7.) weg - und bin erst Weihnachten wieder da.

Hoffe, wir hören uns vorher noch!

Der Herr Heller aus Köln
Anonym hat gesagt…
Hallo Jurgen,
ich finde deinen Text sehr interessant,die Aspielungen zum Buch von Janosch haben mir besonders gut gefallen. Ich wurde gern mit Dir den Kontakt aufnehmen.
Kannst Du mir schreiben?
Danka

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