Peruanischer Wahnsinn
Wer wirklich Spannung erleben möchte, der setze sich in diesem Land in einen Bus! Adrenalin pur! Unsere Fahrt führt uns heute von Puno nach Cusco. Eigentlich ist Abfahrt um 8.30 Uhr, aber das darf man in diesem Land wohl nicht so ernst nehmen. Ich bin zwar erst den zweiten Tag in Peru, aber bisher war hier noch nichts auch nur annähernd pünktlich. Warten ist hier Königsdisziplin. Und selbst wenn es dann mal losgeht wird gern noch der eine oder andere längere Stopp eingelegt und so dermaßen in die Länge gezogen, dass schließlich der halbe Bus „vamos“, „vamos“ brüllt. Nichts leichter als das denkt sich der Busfahrer, macht seinen Oberkörper frei (und das sieht nicht schoen aus – zu viel Hammelfleisch) und legt richtig los. Straßenschäden (davon gibts viele) überfliegt man mit möglichst hoher Geschwindigkeit. Kurvenschilder sieht unser Hilfs-Schumacher als Aufforderung noch mal richtig ins Gaspedal zu treten. Ein Auto, was langsamer fährt vor einer Kurve? Kein Problem – jetzt erst recht ueberholen. Am meisten Freude hat der Busfahrer offensichtlich in der Disziplin Vor-Kurve-im-Gefälle-Überholen. Meine Sitznachbarin hat mittlerweile schon lahme Arme vom vielen Bekreuzigen und ich bin einfach nur froh vollständig angekommen zu sein und den unterwegs verzehrten ranzigen Hammel drin behalten zu haben.
Ich denke, dass ich eine weitere Busfahrt nicht wirklich brauche und werde mich fortan mit Zug und Flug begnügen....
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