Upps

Mein Weg führt mich heute direkt weiter von Lima nach Bogota. Flugtechnisch funktioniert alles und in nullkommanix bin ich in der kolumbianischen Hauptstadt angekommen. Es wirkt alles ein wenig schmuddelig und das viele Militär und die Polizei überall tragen dazu bei, dass mir etwas mulmig wird in dieser Stadt. Nun, der Taxifahrer überfällt mich nicht, sondern ist tatsächlich sehr nett. Das Hotel ebenfalls. Auf der Suche nach einem Geldautomaten lande ich schließlich auf einem großen Platz, ebenfalls etwas beunruhigend hinsichtlich des Publikums hier. Aber wenn es schon so viele nette Militärpolizisten gibt, dann kann man die ja mal fragen wo der nächste Automat ist. Kein Problem, ich werde direkt hingeleitet, während der Abhebung überwacht und schließlich wieder über den gesamten Platz zurückeskortiert. Komme mir dabei vor, wie son Opa, dem über die Straße geholfen wird... Naja, wer weiß wofür es gut war, denn die Straßenbevölkerung in Bogota erscheint doch ziemlich düster, wenn die Stadt selbst auch einen sehr charmanten Eindruck vermittelt. Am Montserrat, dem sozusagen Stadtberg, liegt das älteste Stadtviertel mit tollen, etwas verfallenen Häusern, die jedoch gerade in einer großen Anstrengung wieder aufgebaut werden. Leider regnet es ohne Unterlass und ich fühle mich nach wie vor nicht gerade so spaziergangstauglich, so dass ich mich einfach ins Bett lege und dort vor mich hin huste. Einer der Huster war wohl dann doch zu heftig. Der Fernseher wackelt, das Bett wackelt, die Zimmerdecke, ALLES wackelt! Ach du meine Güte: ein Erdbeben, von mir ausgelöst! Im Kopf spulen sich alle Infos ab was man in solch einem Fall machen muss. Rein in die Hose, Papiere gegriffen und ab in den Türrahmen. So schnell wie es kommt ist es auch schon wieder vorbei und ich stehe mit all den anderen Menschen auf der Straße. Später erfahre ich, dass es sich um ein Beben der Magnitude 5.7 handelt. Das Potsdamer Geoforschungsinstitut beschreibt die Auswirkungen eines Bebens dieser Stärke wie folgt:

Viele Leute rennen beängstigt ins Freie. Einige Objekte fallen um. Möbel können rutschen. Viele Häuser erleiden geringe Schäden wie Haarrisse oder Abfallen kleiner Putzflächen.

Das üble aber ist, wie gehts weiter? Gibt es nicht Nachbeben? Nach einer Stunde aber räumt sich die Straße und auch ich gehe wieder hinein. Jeder Huster wird jetzt entweder unterdrückt oder nur noch unter der dämpfenden Decke ausgeführt. Man weiß ja nie....

Kommentare

Anonym hat gesagt…
... wie viele Menschen hatten denn diese Hustenanfälle, die du auch hattest?
Verzieh dich besser in Gegenden, wo die grippalen Infekte bereits erfolgreich ausgestanden wurden.
Wünsche dir gute Besserung & weiterhin nette Menschen um dich.
p.S. Auch hier warten einige auf dich. z.B. die golden girls

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