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Es werden Posts vom Juli, 2023 angezeigt.

Wisteria Lane

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Mein erster Eindruck des Landes/der Leute: unglaublich entspannte Atmosphäre/Menschen. Fühlt man sich sonst an mancher Zollkontrolle automatisch wie ein Schwerverbrecher, so werden hier zwar bestimmt, aber ausgesprochen höflich, Motivation und Dauer der Einreise abgefragt, bevor man freundlich weitergeleitet wird. Weiter geht es mit Uber. Es ist mein erster Versuch, der etwas holprig gerät, weil der fast 24stündige Ritt das Hirn zu einer wabernden dysfunktionalen Masse hat werden lassen. Die Leute drum herum können bequem zuschauen, wie die Walzen im Oberstübchen des Herrn S. Mühe haben sich überhaupt zu bewegen, alles läuft in super slowmotion ab. Wir erreichen unsere Unterkunft und befinden uns mitten in der Wisteria Lane der Serie Desperate Housewives. Die Häuser sehen genau so aus, Häuser mit Veranden und Erkern aus Holz, vorne gepflegte Rasen und natürlich die obligatorische Garage. Die Vermieterin könnte die chinesische Variante von Gaby sein, der Latina aus der Serie. Sie hört...

Auf dem Weg ins Land der Bären

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Recherche und sonstige Vorbereitungen sind abgeschlossen. Die Koffer sind voll, die Konten leer. Ich erinnere mich dunkel daran, dass dieses Voll-Leer-Verhältnis zumeist erst zum Ende meiner Reisen eintrat. Nun, vielleicht ist das ja die ‚Zeitenwende‘? ‚Die jungen Leute‘ machen ja heute die Dinge ganz anders als früher, da muss ich mich anpassen 😊 . Kanada zu buchen ist jedenfalls das teuerste Vergnügen, das ich je hatte. Beim Mieten eines Wagens schaue ich dreimal hin, ob ich hier tatsächlich einen Mietvertrag und keinen Kaufvertrag unterschreibe. Die Preise sind gigantisch. Die billigsten Unterkünfte auf Airbnb liegen bei mindestens 100 -120 Euro, gern wird für ein einfaches Zimmer mit Queensize-Bett aber auch ein Preis zwischen 500 und 800 Euro aufgerufen. Und ich spreche dann noch gar nicht von Unterkünften, die direkt an den großen Attraktionen gelegen sind. Da muss man dann schon noch einmal 2 Stunden fahren. Auf booking.com fangen die Preise irgendwo Richtung 300 Euro an und ...

Nemez schafft es fast nicht zurück nach Germania

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Einem grandiosen Abend folgt ein noch so gar nicht nüchterner Morgen. Beim Frühstück sitzend sprechen mich Leute von gestern Abend an, und ich bete zum lieben Herrgott, dass sie sich doch bitte nicht zu mir setzen mögen, denn schon die paar Worte des Grüßens im Stehen am Tisch überfordern mich vollständig. Mein Hirn schafft es kaum die richtigen Worte zur richtigen Zeit der Zunge zu liefern. Und einmal dort angekommen, fallen sie irgendwie nur so raus und eiern durch diese Welt. Wortfindungsstörungen. Ähnlich geht es meinen Reisebegleitern. Wer kennt sie nicht, diese Grundgenervtheit am Tag danach? Über Unmengen an „liegenden Polizisten“ – der hiesige Name für Fahrbahnschwellen - fahren wir nach Sofia zum Flieger und ich noch kurz in die Stadt, um liebe Freunde zu treffen, die gerade hier ihren Urlaub starten. Hundemüde freue ich mich dann auf den Flug, der aber nicht startet. Im Vorderreifen steckt eine Schraube. Hmpf! Ups, Nemez  steckt fest. Nemez ist bulgarisch für Deutsch...

Ringelreihen am Fluss bei 32°C

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Die Nacht war kurz. Hat man diese Hotelausstattung, kommt man ja nicht mehr zum Schlafen, weil alles ausprobiert werden will. Die halbe Nacht sitze ich in der Sauna, die andere Hälfte im Jacuzzi. Ich fahre zurück nach Kasanlak zur kirchlichen Trauung. Und die ist so ganz anders als eine Trauung in Deutschland. Alle stehen, eine Bestuhlung ist auch (fast) nicht vorhanden. Das Brautpaar schreitet durch ein Spalier, gefolgt von den Trauzeugen. Alle vier tragen eine Kerze in der Hand und stellen sich vor den Altar in der Mitte des Gebäudes. Ein Priester beginnt die Zeremonie, von der ich leider nur die Handlungen mitbekomme. Die Ringe z.B. werden vom Priester zu Beginn aufgesteckt. Danach gibt es für jeden ein Krönchen, das dann immer wieder hin und her getauscht wird, bis es seine (vorläufig) permanente Position bekommt. Auf dem Kopf der Eheleute. Behalten darf das Paar die Kronen aber nicht (irgendwo habe ich das jüngst erst gesehen, allerdings mit alten Leuten irgendwo in England)....

Die Stadt der Rosen, ohne Wasser

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Wir starten mit einem Frühstück in einem teilweise veganen Café. Nicht so einfach zu finden in einer Stadt in einem Land, in welchem dem Fleischkonsum doch noch sehr intensiv gefrönt wird. Vieles ist hier noch sehr ‚auf dem Weg‘. Der Freund vom gestrigen Abend hat prima recherchiert und diese Rarität ausfindig gemacht. Die Freundin von Emil ist Veganerin und ihre Auswahl ist in der Regel sehr übersichtlich. Immerhin gibt es erste Ansätze – zumindest in Sofia. Der Freund ist erst kürzlich, nach vielen Jahren arbeiten in Deutschland, wieder nach Bulgarien zurückgezogen. Auch hier sind die Fachkräfte rar, da viele Bulgaren in Folge des Beitritts zur EU ihr Glück außerhalb der Heimat gesucht haben. Die Bevölkerung ist von knapp 9 Millionen auf inzwischen um die 6 Millionen geschrumpft. Und es sind häufig die gut ausgebildeten, die das Land verlassen haben. Nein, es sind nicht die von den Rassisten Deutschlands angeführten Bauarbeiter, welche die Masse ausmachen und angeblich die Arbeit „s...