16 Jahre später
16 Jahre sind vergangen, seitdem ich auf der Suche nach dem sagenumwobenen Panama war und schließlich glücklich und zufrieden in meinem beschaulichen Heim gelandet bin. Dort habe ich mich etabliert, viel Sofa und Sessel genossen, meinem Schutzengel eine Verschnaufpause gewährt, wobei er auch dort streckenweise alle Hände voll zu tun hatte. Den Kalorien habe ich großzügig Zugang gewährt und es wird Zeit sich wieder zu bewegen.
Die Welt hat sich in der Zwischenzeit weitergedreht, schneller, immer schneller und ich habe den Eindruck sie ist gar ‚heiß‘ gelaufen. Nicht allein im Hinblick auf die Temperatur, sondern meiner Ansicht nach auch oder vor allem gesellschaftlich. Was so alles an Krisen und Weltuntergängen in dieser kurzen Zeit durch die Welt gefegt ist (und zu einem großen Teil gelöst worden ist): Lehman-Brothers, Eurokrise, MeToo - Sexismus, Flüchtlingskrise, Black-Lives-Matter - Rassismus, Corona, Krieg, Klimakrise.
Beim Lesen meines alten Blogs fallen mir unglaublich viele Dinge auf, die heute – in Teilen der Gesellschaft – als verpönt, igitt, rassistisch, sexistisch, kolonialistisch und was weiß ich noch alles gelten. Das soll mich nicht abschrecken. Ich werde mit offenen Augen durch diese Welt ziehen, mir die Dinge direkt anschauen und mir erlauben eine Meinung zu haben, mich gar allein oder gemeinsam mit anderen Menschen über ihre oder meine Unzulänglichkeiten oder ihr und mein Anderssein lustig machen. Schwer verpönt, aber notwendig in einer Welt, in der seit einiger Zeit versucht wird, die 100%ige political-correctness zu etablieren und dem Humor den Garaus zu machen.
Auffällig ist auch mit welcher Geschwindigkeit sich Technik und Internet verändert haben. In dem früheren Blog schrieb ich von einem „Ipod“. Die Dinger findet man heute im Museum. Smartphones sind Standard für alle, Internet nicht nur nach ausgiebiger Suche im Internet-Cafe, sondern quasi überall zu finden. Bücher müssen nicht mehr aufwändig gescannt werden, um Platz zu sparen, sondern man hat seinen Tolino mit einer Großraum-Bibliothek dabei, die man von überall auffüllen kann. Spiegelreflexkameras sind historisch, Simcards können durch eine Box ersetzt werden, die weltweit den Zugang zum Internet zum günstigen Einheitspreis ermöglicht. WhatsApp erlaubt die Echtzeitverbindung mit allen Menschen auf dieser Welt.
Ich spreche von den Veränderungen innerhalb von nur 16 Jahren – es ich einfach unglaublich!
Nun denn: los geht’s, vielleicht dieses Mal dann wirklich nach Panama oder eben einfach nur wieder ins beschauliche Berlin. Ich bin gespannt und freue mich auf eine sehr lange, ereignisreiche Reise und vielleicht mögt Ihr ja mit-lesen(-reisen).
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