Besuch der bulgarischen Familie
Ich starte zunächst in Sofia und finde eine entspannte Stadt in Gluthitze vor. Unverkennbar sind die sozialistischen Anflüge, die im Stadtbild weiterhin zu sehen sind. Der Kulturpalast am Ende des Vitosha-Boulevards vor der Silhouette des Vitosha-Gebirges könnte gut in Ostberlin stehen. Ein Palast der Republik, leicht anders geformt, jedoch mit gleichen Bauelementen. Schön ist anders. Ansonsten ist das Stadtbild aber eher von alten Häusern und Bauwerken geprägt, von denen viele leider nur mäßig instandgesetzt sind.
Bei(m) abendlichen Bier(en) am Vitosha-Boulevard, dem Kurfürstendamm Sofias, wächst bei mir dann die Erkenntnis, dass dieses der erste Abend von fast 14 Monaten Freiheit ist. Eine wohlige Welle der Euphorie erfasst mich, diese mit Worten zu beschreiben ist unmöglich.
Derweil setzt ein faszinierendes Schaulaufen der jungen Bulgaren ein. Es wird gezeigt, was man hat (viel), Bauch, Beine, Po und alles in feinster, klimabedingt eher knapper Modekleidung. Man(n) steckt in Sneaker der neuesten Produktionslinien aus den eher höheren Preisklassen und läuft den Catwalk. Wer ernsthaft in Erwägung zieht das Weltprogramm an Turnschuhen vorgeführt zu bekommen: ab nach Sofia! Der Kontrast zum leicht morbiden Charme der Häuser könnte nicht größer sein. Schönheit hat viele Gesichter.
Ich könnte keinen besseren Start ins Sabbatical haben 😊
Kommentare