Nemez schafft es fast nicht zurück nach Germania

Einem grandiosen Abend folgt ein noch so gar nicht nüchterner Morgen. Beim Frühstück sitzend sprechen mich Leute von gestern Abend an, und ich bete zum lieben Herrgott, dass sie sich doch bitte nicht zu mir setzen mögen, denn schon die paar Worte des Grüßens im Stehen am Tisch überfordern mich vollständig. Mein Hirn schafft es kaum die richtigen Worte zur richtigen Zeit der Zunge zu liefern. Und einmal dort angekommen, fallen sie irgendwie nur so raus und eiern durch diese Welt. Wortfindungsstörungen.

Ähnlich geht es meinen Reisebegleitern. Wer kennt sie nicht, diese Grundgenervtheit am Tag danach?

Über Unmengen an „liegenden Polizisten“ – der hiesige Name für Fahrbahnschwellen - fahren wir nach Sofia zum Flieger und ich noch kurz in die Stadt, um liebe Freunde zu treffen, die gerade hier ihren Urlaub starten.

Hundemüde freue ich mich dann auf den Flug, der aber nicht startet. Im Vorderreifen steckt eine Schraube. Hmpf! Ups, Nemez  steckt fest. Nemez ist bulgarisch für Deutscher. Der Begriff kommt von nemy, was stumm heißt. Ein Deutscher ist hier nicht zu verstehen, er ist also
quasi "stumm".

Also: Werkzeug zusammensuchen, Kreuzschlüssel auspacken, Flugzeugheber drunter und los geht’s. Die Techniker machen es zum Glückvertrauenswürdiger als ich. Sie fragen die lieben Freunde bei den anderen Airlines und nach 2 Stunden heben wir dann endlich ab. Nach Berlin schaffe ich es leider nicht mehr, ich strande vorerst in München.

Der Tag endet mit Flugstörungen.

Ciao Bulgarien, wir sehen uns gewiss ganz bald wieder!


Weiter gehts in meinem Blog ab Ende Juli.

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