Büffeljagd
Sehr früh werden die lästigen Angelegenheiten wie Duschen, Waschsalon und McDonalds-Kaffee erledigt und schon sind wir unter sengender Sonne und klarstem Himmel in dampfender, rauchender, blubbernder, nach Schwefel riechender Natur, die alles aufzufahren scheint, was möglich ist. Schillernde Farben, mystische Nebel, kochende Modderlöcher, Bäume wie Stelzen auf weißem Untergrund mit tiefblau-türkis schimmernden, kochenden Seen. Die erste Station, Norris Basin, bietet bereits mehr An- und Einblicke, als man sich nur wünschen kann. Dort wandern wir gemütlich von Kochtümpel zu Kochtümpel. Die nächste Station ist Mammoth-Hotspring, wo sich scheinbar zu Eis erstarrte Wasserfälle mit abgestorbenen Bäumen in wüstenartigem Terrain abwechseln. Einige Thermalgebiete habe ich schon kennengelernt, aber Yellowstone bietet schon am meisten.
15 Laufkilometer später bin ich echt durch. Man berücksichtige die Höhe, durchweg über 2000 Meter. Weiter geht es ins Bisonland. Emil ist ganz heiß die Bisonherden zu finden. Und tatsächlich, in einem Tal Richtung Osten grasen jede Menge Bisons, auf dem Weg dorthin läuft ein Bulle auf der Gegenspur und wird übelst von einem Pickup-Fahrer beschimpft: „get lost!“ Für uns DIE Gelegenheit für ein close-up.
Gegen Abend folgt dann diese besondere Stimmung. Die Sonne senkt sich langsam, das Licht wird warm, weich und alles taucht in eine gelbliche, wunderschöne, fast samtige Stimmung. Mal wieder kommen wir wieder viel zu spät in der Unterkunft an, aber beide beseelt und voll von grandiosen Eindrücken.




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