Highway to Heaven: Highway 93
Die wahre Schönheit der kanadischen Rockies erschließt sich einem, sobald man von Jasper auf dem ‚Glacier Highway 93‘ in Richtung Süden nach Banff aufbricht. Ich bin schon viel gereist, aber diese Strecke übertrifft alles, was ich je an Naturparadiesen gesehen habe. Es ist, als hätte hier jemand mit aller Gewalt die Perfektion erschaffen wollen und das ist ihm nachhaltig gelungen. Mal bewaldete, mal kahle, manchmal weiße, dann rötliche oder bräunliche Bergformationen, mal spitz zulaufend, mal wie eine riesige geneigte Schieferplatte, dann wieder pyramidenartig oder verwittert und zerfallen. Mal mit, mal ohne Schnee oben drauf.
Das Ganze dann wahlweise mit und ohne See davor, dahinter oder daneben, in den Farben kristallblau, smaragdgrün, weißlich oder schon fast langweilig blau. Manchmal sieht der Schnee aus wie eine Perücke, manchmal einfach nur schneeweiß in der Sonne leuchtend. Ergänzt wird dieses Szenerie mit mystischen Wolken. Es wird einem ganz schwindelig und ich erstarre vor Demut ob dieser Schönheit.
Die heute geplante Wanderung fällt aus, da wir ununterbrochen an den Aussichtspunkten anhalten. Unglaubliche Ausblicke allerorten, ein Raunen geht durchs Auto, die Atmung setzt aus, was aber auch an den knapp 2000 Höhenmetern liegen mag, die wir zwischendurch erreichen. Schließlich kommen wir wieder auf um die 1000, so dass die Atmung wieder gut funktioniert. Es wird wärmer, 26 °C. Und da ist schon wieder dieser Brandgeruch, den wir letzte Woche überall wahrgenommen hatten. In den nördlichen Nationalparks war das weg, viel Regen dort.
Am Abend kommen wir in Brisco an und werden herzlichst von Warner und Dianne begrüßt. Ein älteres Ehepaar, das weit abgelegen am Columbia-River lebt und eine Holzhütte vermietet. Man kann hier stundenlang smalltalk betreiben und es macht super viel Spaß. Die Kanadier sprechen ein höchst angenehmes Englisch. Der Abend klingt mit lecker Bier, ein paar Kräutern, vielen Mücken und gaaanz vielen Sternschnuppen - Perseiden - aus.







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