Jasper bei Sonne

 


…zumindest überwiegend. Dort, wo wir wohnen, scheint die Sonne und wir sind zuversichtlich, dass es genau so im Nationalpark sein wird. 100% sicher sind wir da nicht, denn schließlich wohnen wir knapp 150 Km entfernt irgendwo im Wald in Alberta. Näher am Nationalpark zu wohnen ist nicht zu bezahlen. Der Himmel bietet ein grandioses Schauspiel. Die unglaublichsten Wolkenformationen ziehen vorbei. Mit Spurassistent, Tempomat und automatischem Abstand ist es ganz gut machbar auch als Fahrer entspannt zu schauen. Habe ich jemals so viele unterschiedliche Wolken gesehen?

Im Hintergrund ragt wieder Jasper in den Himmel. Bei den meisten Bergen scheint es, als hätten wir sie auf der Durchfahrt nicht gesehen. Dabei ist es das Zusammenspiel von Sonne und Wolken, das innerhalb von Minuten den Berg so dermaßen verändert, dass man meint ihn das erste Mal zu Gesicht zu bekommen. Fast kommt es im Auto zum Streit. Den ham wa schon! Stimmt ja gar nich, der war noch nich!


Ziel sind die Whistlers, eine Berggruppe, auf die man eine Seilbahn gebaut hat, so dass man bequem oberhalb der Baumgrenze laufen kann. An der Seilbahn fühlen wir uns dann mitten in Bombay. Mir sind in all den Jahren des Reisens noch nie so viele Inder aufgefallen. Ich vermute, dass aufgrund der Zugehörigkeit Kanadas zum Commonwealth viele Inder nicht nur nach Großbritannien, sondern auch hierher ausgewandert sind. Die Statistik von 2021 spricht allerdings nur von 7% Bevölkerungsanteil mit asiatischer Herkunft. Rechnet man die Chinesen raus, dann bleibt gar nicht so viel für die indische Herkunft. Anscheinend sind sie ALLE hier.


Die Bahn fährt nicht. Außerdem zieht ein Schauer durch. Wir ändern das Programm und suchen und eine Wanderung am Pyramid-Lake heraus. Als wir dort ankommen, uns umgezogen haben und die ersten Schritte gemacht haben, kommt der nächste Schauer. Also wieder Programmänderung. Wir fahren zum See. Eine gar nicht sooo schlechte Idee, denn die KFC-Erfahrung von gestern wirkt immer noch nach. Der See liegt vor dem gleichnamigen Berg. Und wie immer gibt es die Fotoserie: Berg in Sonne hinter See vor Baum, mitunter mit Boot und Parkbank an leicht aufsteigendem Nebel. Man kann nicht aufhören zu fotografieren und verbringt dann Stunden damit die Menge der Bilder auf ein sinnvolles Maß zu reduzieren. Reisen ist Arbeit!


Der Weg zurück gen Osten bietet dasselbe Schauspiel wie heute Morgen. Wir fahren in die Unendlichkeit und ich hätte überhaupt kein Problem damit jetzt bis nach Toronto oder den Atlantik weiterzufahren, ein Gefühl unendlicher Freiheit erfasst mich.

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