Vorbei an Mount Robson und Jasper

Die Nacht hat es durchgeregnet, am Morgen hängen die Wolken und der Nebel in den Bergen. Je weiter nördlich wir uns bewegen, desto üppiger wird die Vegetation und höher die Berge. Im Unterschied zu den Alpen sind diese Berge tatsächlich komplett mit hohen Bäumen bedeckt. Wiesen oder Weiden sind nirgends zu sehen.


Im Mount-Robson-Nationalpark, am Mount Robson höchstpersönlich, DEM Panoramaberg schlechthin, sieht man leider nichts außer Schemen. Auch regnet es wieder leicht. Das hält uns nicht ab entlang des Fraser-Rivers, der in Vancouver in den Pazifik fließt, eine Wanderung zu unternehmen.

Glasklares Wasser donnert dem Tal entgegen, an einigen Stellen als kleinerer Wasserfall. Manch Lebensmüder fährt diese Strecke mit dem Kajak hinunter. Uns reicht es von oben nass zu werden. Auf den Wanderungen laufen die Gedanken nur so durch den Kopf. Einer bleibt bei der Frage hängen was denn nun der Unterschied zwischen dem ‚Elk‘ (übersetzt=Elch) und dem ‚Moose‘ (auch übersetzt= Elch) ist. Die Recherche am Abend ergibt, dass das hier als Elch bezeichnete Tier, nicht dem Elch in Europa entspricht, sondern einer Hirschart. Also muss ich mich korrigieren: wir haben neben keinem Bären auch noch keinen Elch gesehen. Der Weg endet an einem kleinen Wasserfall und führt von dort wieder genau dieselbe Strecke zurück.

Wir fahren weiter, verlassen British-Columbia und erreichen Alberta, den reichsten Bundesstaat Kanadas. Jasper-Nationalpark ist hier gelegen und erneut werden wir überwältigt von grandiosen Bergpanoramen.




Die Mobiltelefone bleiben in Bereitschaft und mein Handy, das gleichzeitig noch navigieren muss und als Hotspot dient, gibt regelmäßig bekannt, dass es Abkühlen muss. Auch hier dominieren Wolken und etwas Regen.

Auf dem Highway gibt es vor uns einen Stau – Warnblinker sind alle an und die Autos fahren rechts ran. Erst jetzt sehen wir eine Herde Wapitis. Kanada ist gnädig. Streicht man ein gesehenes Tier, kommt prompt ein anderes Tier daher.

Schließlich landen wir in der Ebene inmitten von Wäldern mit einem Riesen-Highway. Zwei Spuren in jede Richtung und in der Mitte Platz für etwa 6 Spuren in jede Richtung. Man hat halt Platz und wer weiß was kommen mag. Zwischen den einzelnen Ortschaften liegen nun immer so zwischen 80 und 100 Kilometer.


Derweil zeigt jede Uhr im Auto eine andere Zeit an, wir haben die Zeitzone verlassen und bewegen uns eine Stunde zurück. Was auffällt ist, dass die Benzinpreise um die 25% geringer sind als in BC. Das liegt an der Ölsandförderung in Alberta. Unter anderem diese Ölsande machen aus Kanada den drittplatzierten Staat im Ranking der Staaten mit den meisten Ölreserven (nach Saudi-Arabien und Venezuela).

Edson ist die zweite Ortschaft in Alberta, schlappe 250 Kilometer von der Grenze der beiden Bundesstaaten entfernt. Die heutige Unterkunft liegt laut Beschreibung nur ein wenig hinter der Ortsgrenze. Das ‚wenig‘ sind 10 Kilometer. Wir landen im absoluten Nirgendwo auf einer ehemaligen Farm im Wald.

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