Yellowstone
Ich gebe ja ungern auf, aber die Verbindung ins Internet bleibt mir weiterhin verwehrt. Walmart fühlt sich weiterhin unzuständig, AT&T deklariert mein Telefon als unfähig und veraltet. Davon reichlich genervt fahren wir mittags in Richtung Yellowstone. Gestern Abend haben wir noch etwas Preiswertes gebucht. Ein Zelt mit Betten drin auf irgendeinem Feld in der Nähe des Parks. Weiter geht es durch atemberaubende Landschaft, insbesondere die Wolken sind unbeschreiblich. Zum Glück hält Emil nicht überall an, sonst kämen wir überhaupt nicht mehr vom Fleck. Wir sind wirklich in einem völlig anderen Land. Es wird geflucht, gehupt, gespuckt. Etwas, was ich nicht einmal in Kanada mitbekommen habe. Nun, warum ist das so? Well, because „they can“! Die Menschen sind schon recht nett, aber eben anders…. Gern positioniert man sich hier politisch. In Montana mit lediglich knapp über einer Million Einwohnern sehe ich allerdings nur zwei Trumpschilder im Vorgarten, allerdings kein Biden. Somit ist der Ausgang einer möglichen Wahl hier mit 2:0 entschieden. Plötzlich, irgendwo im Nichts meldet mein Telefon den Eingang von Nachrichten. Wir erreichen gerade Idaho. Merkwürdig, nun bin ich wohl doch verbunden. Wunderbar.
Schließlich landen wir auf einem Acker in der Nähe des Highways, umgeben von Rinderherden, bei unserer nächsten Unterkunft an. Da es noch früh ist, entscheiden wir schon einmal einen kleinen Blick in den Yellowstone—Nationalpark zu werden.
Und das lohnt sich in
Vollendung. Ein „Ooooh“ jagt das „Ahhh“ und wieder von vorne. Wir lassen uns
von Geysiren verzaubern, von aufsteigenden Dampfwolken entzücken und schauen
auf blubbernde Schlammlöcher sowie kochende, türkisfarbene kleine Seen. Sehr flache
Flüsse mäandern durch die Täler und natürlich fehlen auch die vielen Berge
nicht. Die Erkenntnis des Tages ist, dass wir uns weiterhin in den Rocky
Mountains befinden. Der Yellowstone liegt teils auf über 2000 Meter und wir
bleiben durchgängig auf einer Höhe von mindestens 1500 Metern. Die Tage sind
angenehm temperiert, nachts allerdings wird es ziemlich schnell sehr frisch.
Am Old Faithful Geysir (so
genannt, weil er recht zuverlässig ausbricht) warten wir auf die Eruption, die
mit 10-minütiger Verspätung auch erscheint. Mächtig steigt kochendes Wasser in
den Himmel. Auf dem Rückweg dann permanentes Massenparken: zur Krönung des
Tages dürfen wir noch Bisons am Straßenrand weiden sehen, bevor dieser lange, aber
wunderschöne Tag in einem kalten Zelt endet, denn mir friert in der Nacht fast
der Kopf ab. Zelten habe ich nicht unbegründet den größten Teil meines Lebens
vermieden. Und zum Schluss siehe da: die Mobilbox hat nun auch Empfang. Alles etwas langsamer hier in den Staaten.





Kommentare