Avenida Paulista


Heißt eine der wichtigsten Straßen dieser Stadt, denn dort sind die Finanzzentren des Landes angesiedelt. Drei Kilometer erstreckst sich die Straße und um sie herum hat sich das Geld angesiedelt, so dass man hier in feiner und reicher Umgebung ist.

Sonntags wird die Avenida zur Fußgängerzone umfunktioniert – lediglich Fahrräder dürfen weiter fahren. Zu sehen gibt es jede Menge. Da ist der übliche Maler, der auf der Straße geniale Kunstwerke mit Kreide entstehen lässt. Eine Ecke weiter singt ein etwas in die Jahre gekommener Kleinkünstler ins Mikrofon. Die Boxen kreischen das heraus und ich bin mir unsicher, ob das wirklich ernst gemeint ist oder er sich selbst karikiert. Manch Sänger ist ok, aber so richtig meins ist es nicht. Mir sind die ‚Raves‘ am Tag in der Sonne lieber. Nicht nur dort lässt man es mit der Bekleidung oben herum gleich ganz. Das Shirt würde bei 32°C doch nur nass. Es gibt diverse Raves, so dass man gemütlich weiter schlendern kann, hier ein Eis isst, dort einen Fleischspieß.


Und schon steht man vor dem Enkel, der eine Tanzshow mit seiner Großmutter abliefert. Sie sprühen vor Lebensfreude und es ist wunderbar ihnen zuzuschauen. Am beeindruckendsten ist dann aber die etwas mopplige Michael-Jackson-Kopie. Zusammen mit fünf weiteren Tänzern wird das Werk des Genies neu zum Leben erweckt. Das ist es aber gar nicht, was so beeindruckt. Es ist der obdachlose Müllsammler, der seine Tüten abstellt, sich kurzerhand dazu gesellt und bühnenreif zu tanzen beginnt. Ich überlege kurz, ob das so einstudiert war, aber die Gesichter der anderen sprechen Bände. Der Herr tanzt einfach und stiehlt allen die Show.  Ein schöner Tag an einem Sonntag.

Am Abend habe ich die Qual der Wahl in welches der Unmengen von Restaurant ich gehen soll. Egal, einfach etwas für draußen. Viele fliegende Händler unterbrechen mich immer wieder. Man ist hier sehr erfinderisch seinen Lebensunterhalt zu verdienen. Und wenn es nur der Verkauf von Dingen ist, die man auf der Straße als Restaurantgänger benötigt. Auch Bettler gibt es eine Menge. Es fällt auch hier wieder auf, dass es sehr viele Obdachlose gibt. Ich habe das Gefühl, dass das weltweit zunimmt. Europa, USA, Kanada und hier eben auch.

Immer wieder rasen mit einem Affenzahn Skater und auch Skateboarder die hügeligen Straßen bergab. Das sieht echt cool aus und es ist eine Freude den jungen Burschen dabei zuzuschauen. Mögen sie aufrecht ihr Ziel erreichen. Die Autofahrer interessiert das wenig. Man toleriert sich.

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