Bett im Bus


Es geht mir wieder besser. Schnelles Handeln hat geholfen und ich kann weiterreisen. Den Bus habe ich gestern noch gebucht, das Hotel in Rio auch für eine Nacht. Ziel ist Salvador, bzw. etwas nördlich davon ein Strand namens Praia do Forte. Da die Flüge von Sao Paulo inzwischen recht teuer sind – hab zu lange gebraucht mich festzulegen – nehme ich den Flieger von Rio und dorthin den Bus. Busfahren ist hier ausgesprochen günstig und bequem, wenn man eine Kleinigkeit mehr ausgibt. Man kann den normalen Sitzplatz wählen für 15 Euro – das ist dann wie bei uns im Flixbus fahren – oder man wählt ein „halbes“ Bett oder ein komplettes. Der Genesung zuträglich ist ein komplettes Bett und so finde ich mich in der Businessclass wieder. Teils schlafe ich, teils schreibe ich, teils betrachte ich einfach nur die wunderbare Landschaft.
Je näher wir an Rio herankommen, desto hügeliger wird es. Es sind diese Hügel, bei denen man den Eindruck hat, dass sie von irgendjemandem aus der Erde ‚herausgezogen‘ worden wären. Der Zuckerhut ist das beste Beispiel dafür. Das werde ich zu einem späteren Zeitpunkt versuchen noch präziser zu beschreiben.




Leider ist es insbesondere in den Städten gar nicht so einfach Bilder zu machen. Man muss sich immer wieder überlegen, was man von seinem Eigentum zeigt. Am besten gar nichts. Weder Uhr noch Mobiltelefon, Brieftasche, Ringe oder was auch immer. Man läuft immer Gefahr ausgeraubt zu werden. Mir ist es bisher noch nicht widerfahren und ich hoffe sehr, dass es auch so bleibt. Aber die ständigen Warnungen von Einheimischen und die Berichte, die man über Brasilien, insbesondere über Rio und Sao Paulo lesen kann, haben sicherlich einen Grund. Raubte man mein Mobiltelefon, so wäre das für mich eine absolute Katastrophe, denn das Reisen funktioniert nur damit wirklich gut. Alles ist quasi nur damit möglich. Hotels, Busse und Flüge buchen, Taxi rufen, Konten verwalten, Weg finden usw. usf. So befinde ich mich überall im Konflikt: soll ich draufschauen oder lieber nicht? Uber sendet als Ankunftssignal eine Vibration, so dass man das Telefon auch in der Hose behalten kann. Die Umgebung wird von mir dennoch permanent gescannt. Ist der Herr mit dem kleinen Hund ok? Die Gruppe Jugendlicher? Der einzelne Obdachlose? Die alte Dame? (Ok, da gerate ich nicht in Panik😊) Ist ja nun wieder im Bereich der Diskriminierung.... Jedenfalls beschwert diese ständige Hab-Acht-Haltung das Reisen sehr und meine geliebten großen Spaziergänge lasse ich hier weitestgehend sein. So schade, denn sowohl in Sao Paulo als auch in Rio gibt es so schöne Ecken, die ich gerne per Pedes entdecken würde.

Leider habe ich das Ersatzhandy für die Straße in Sao Paulo in der Wohnung im großen Gepäck gelassen. Dumm! Also noch mehr Vorsicht! Für die Copacabana reicht es dann aber schon ein schnelles Bild zu machen oder aus dem Taxi den Zuckerhut. Der ist auch schön im Vorbeifahren.


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