Bögen


Salt-Lake-City ist Stress. Den Verkehr hier wirklich zu überblicken ist unmöglich, die Verkehrsregeln oft undurchschaubar, das Verhalten der Verkehrsteilnehmer unterirdisch. Dabei ist Salt-Lake-City im Vergleich zu anderen Städten ein Provinznest. Wir beide schauen mit Respekt auf LA. Wo wir nun mal schon da sind, ist der Tempel der Mormonen ein Muss – und er enttäuscht zutiefst, da er komplett eingerüstet ist. Nebenan jedoch gibt es das Tabernacel, das einem Konzertsaal mit Orgel gleicht, in dem Mormonenchöre zur Orgelbegleitung entsprechende Musikstücke aufführen. Uninformiert wie ich bin, kann ich gar nicht mehr dazu sagen als nett. Auf dem Weg dorthin ruft uns ein Radfahrer „God loves you“ zu. Ich weiß nicht was schlimmer ist. Das oder die blöde Anmache in Berlin. Ich glaube Ersteres. Weiter geht es im Capitol, das frei zugänglich ist und wohl eine komplette Kopie des Originals in Washington ist, nur kleiner. Die Sonne brennt vom Himmel, keine Wolke ist am Himmel und die Sicht ist grandios. Um nichts auszulassen, fahren wir zum Salt Lake, der aber zutiefst  enttäuscht. See halt. Wen interessiert es ob mit oder ohne Salz.


Schließlich geht es zum Arches-Nationalpark, ca. 300 Meilen von Salt-Lake-City entfernt. Nun sieht es hier wirklich so aus wie ich mir Utah (und auch das angrenzende Arizona) vorgestellt habe. Hügel, leicht bewachsen, Felsenwände und Canyons. Das Thermometer zeigt 37°C an. Eine trockene, sehr angenehme Wärme.

Und was sich uns dort vor unseren Augen an Ansichten aufbaut ist nicht mit Worten zu beschreiben. Erodierte Felsformationen, die Wänden, Figuren oder Gebäuden, ja den alten verfallenen Pyramiden in Ägypten gleichen. Eine Schattenfigur gleicht Nofretete, manchmal hat man das Gefühl eine Figur von den Osterinseln steht neben einem. 



Etwas gehetzt jagen wir zum Delicate-Arch, dem meistfotografierten, der laut Internet besonders im Sonnenuntergang hübsch anzuschauen sein soll. Etwa eine Stunde vor Sonnenuntergang wandern wir dorthin – etwa 1,6 Meilen in eine Richtung klingt wenig anstrengend. IST ES ABER! Es geht weitestgehend, teils steil, nach oben und die zuvor erwähnte Temperatur hat sich nicht verändert. Während ich mich nach oben schnaufe, sinkt die Sonne weiter und weiter, so dass ich befürchte, dass wir es nicht mehr schaffen.


Und dann, der letzte Anstieg, die letzte Kurve: ein phänomenaler Anblick eines großen Steinbogens, der von einer Gesteinsformation umrundet wird, der einem griechischen Amphitheater sehr nah kommt. Die Sonne strahlt ihn immer noch komplett an. Er leuchtet gelb-rot-orange. Dieser Ort steigt in die Top Ten aller von mir bisher besuchten Orte.



Wir beide machen uns auf Richtung Moab, unserer heutigen Unterkunft und berühren eigentlich nicht mehr den Erdboden, sondern befinden uns schwebend gut 30 Zentimeter darüber…..



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