Im Bällebad
Nach dem überwältigenden Eindrücken der letzten Tage in all den Nationalparks wollen wir eine Pause in Las Vegas einlegen. Drei Nächte sind im Excalibur-Hotel, dem achtgrößten Hotel der Welt, gebucht. Es hat über 4000 Zimmer und ist im Grunde eine kleine Stadt für sich. So, wie die meisten Hotels auf dem Strip. Dazu legen wir für unsere Verhältnisse sehr wenige Meilen zurück – nur etwa 300😊. Auf dem Programm steht lediglich ein Abstecher am Hoover-Staudamm, der ca. 40 Meilen vor Las Vegas liegt. Der Colorado-River wird aufgestaut, der Stausee dient hier der Wasserversorgung und der Stromversorgung. Ist ganz interessant, aber nur mäßig spannend. Und dann erreichen ein alter und ein junger Junge die amerikanische Variante des Bällebades von Ikea…. und strahlen! Willkommen im Spielerparadies Las Vegas.
Das Excalibur hat zwei große Bettentürme und einen Eingang voller Türmchen. Man wähnt sich in einem Märchenland und fragt sich, ob diese Türmchen eher den Mädchen oder den Jungs gefallen sollen. Alles ist riesig, groß und laut, der Weg zur Lobby führt durch das Casino und wenn man denn möchte, kann man auf dem Weg zum Check Inn schon einige Dollar verspielen. Die Zimmer sind billiger als die einfachen Motels der letzten Tage. Subventionspolitik, denn das eigentliche Geld macht man mit dem Casino (obwohl das nur etwa 15% der Gäste wirklich nutzen) und vor allem mit den täglichen Bedürfnissen. Das Essen ist völlig überteuert. Ein Bier fängt bei 11 Dollar an. Plus Steuern natürlich, denn ebenso wie in Kanada weiß man hier nicht, was man zum Schluss bezahlt. Auf jeden Fall immer mehr, als man will. Die Preisangabenverordnung in Deutschland ist ein Segen.
Und dann geht es ins Getümmel. Wir laufen bei etwa 30°C den Las-Vegas-Boulevard entlang von Hotel zu Hotel, gemeinsam mit den Massen an Leuten, die ebenfalls hier sind. Von überall schallt es aus Lautsprechern, Protz-Autos lassen den Motor aufheulen, am Himmel rattern Hubschrauber. Ein Tornado an Sinneseindrücken, der einen schwindelig macht. Vor dem Bellagio gibt es alle 15 Minuten Wasserspiele, die nett sind anzuschauen – alles umsonst. Auf der Straße gibt es jede Menge sehr leicht bekleidete Damen, die für eine Foto zur Verfügung stehen. Ob für mehr, das wollen wir gar nicht herausfinden. Eigentlich ist in Nevada das Horizonalgewerbe legal, jedoch laut Internetrecherche in Vegas illegal. Lästig sind sie uns beiden allemal. Zumal insbesondere mir, aber an dieser Stelle ausdrücklich erwähnt; uns ihre Reize komplett abgehen. Ansonsten ist alles legal, was Geld bringt. Rauchen ist in den USA absolut verpönt. In Gebäuden sowieso nicht, aber auch außerhalb streng reglementiert. Hier raucht man in den Casinos Kette. Man tut alles, um es dem Spieler so angenehm wir möglich zu machen.
Las Vegas ist einfach der
Inbegriff von „Land of plenty“. Höher, schneller, weiter….. Es gibt nichts, was
es nicht gibt. Eine sehr absurde Stadt. Moment, etwas gibt es nicht! Fußgänger
haben das Nachsehen. Will man etwas sehen, so sind die Wege unendlich lang. Am
Grand Canyon hatte ich weniger Schritte auf der Uhr. Selbst vom Parkplatz des
Hotels läuft man einige hundert Meter bis ins Zimmer.
Aber: es ist schon eine geniale Stadt. Alles hier ist extrem…..






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