Klein geht hier nicht.

Haushaltsangelegenheiten sind zu erledigen. Das ist lästig, aber muss getan werden. Wäsche waschen im Hotel ruiniert einen finanziell, also fahren wir mit dem Auto in einen Vorort in ein Din


er, zum Frisör und in eine Laundry. Das Diner ist phantastisch. Urgemütlich, 100 % american und lecker. Preislich einigermaßen erschwinglich. Der Frisör ist nicht sooo phantastisch, aber es fühlt sich viel besser mit kurzen Haaren an. Bereit für Kalifornien! Mal eben diese drei Dinge erledigen dauert 4 Stunden, denn alles liegt – im wahrsten Sinne -meilenweit entfernt. Klein geht hier nicht.

Den Nachmittag verbringen wir am Pool, bevor wir in die Show „Ka“ vom Cirque du Soleil gehen.

Um 18.45 Uhr sind wir im MGM-Theater. Ein Riesensaal, der allein schon durch seine Größe beeindruckt, doch was dann über uns hereinbricht, hätte ich mir mit aller Phantasie nicht vorstellen können. Den Cirque du Soleil hatte ich als besonders angepriesen und auch schon einige Shows von ihm gesehen, aber immer wieder schaffen er es mich zu überraschen.

Eine solches Bühnenbild, eine solche Bühnentechnik habe ich im Leben noch nicht gesehen. Einzelne Bühnenelemente schweben scheinbar schwerelos durch den Bühnenraum, kippen nach rechts und nach links und stellen sich teils komplett senkrecht. Auf diesen Elementen springen und purzeln die Athleten herum, als wäre es ein Leichtes dieses den ganzen Tag zu tun. Die Bühnenelemente werden zur schiefen Ebene werfen alle darauf stehenden Athleten ab, ein Schiff segelt durch schwere See. Die Akte sind zwar nicht alle neu, aber ganz wunderbar in eine Geschichte und Bilder eingewoben, dass mir ein Schauer nach dem nächsten über den Rücken läuft. Es ist eine Show der Superlative. Menschen fliegen durch den Bühnen- und Zuschauerraum, schwingen an Gummibändern, Ringen, Bändern, getragen von einem Drachen, den Bühnenelementen, klettern monströse Grashalme hoch, fallen aus dem Bild. Alles begleitet von zumeist wunderbarer Musik, Licht, Nebel und am Ende einem Originalfeuerwerk im geschlossenen Theater. Klein geht hier nicht!


Voller Euphorie wandern wir wieder den „Strip“ entlang in Richtung „Sphere“, der neuesten Attraktion in Vegas. Und wandern trifft es absolut. Alles ist ewig voneinander entfernt. Will man zum jeweils nächsten Hotel, dann sollte man im Kopf haben, dass sich ein Hotel über mehrere hundert Meter am Strip erstreckt.  Gute 6 Kilometer gehen wir zum Ziel. In 5jähriger Bauzeit ist dort eine 90 Meter hohe, 81.000 qm große Kugel, die aus mehr als 57 Millionen LED-Elementen besteht und über 2 Milliarden Euro gekostet hat, entstanden. Ca. 18.000 Personen finden darin Platz. Genutzt werden wird dieser Ort für Veranstaltungen. Leider ‚werden‘, denn die Eröffnung ist erst Ende dieses Monats. Doch von außen ist diese Kugel, die alles Mögliche darstellen kann, bereits gewaltig. Klein geht hier nicht.

Für den Rückweg möchten wir die Mono-Rail nutzen. Es ist eine eingleisige Hochbahn, aber anscheinend hat man vergessen Bahnhöfe einzubauen. Der Konstrukteur sitzt bestimmt in Haft. Nach langer Sucherei und Lauferei finden wir dann doch einen Bahnhof. Nur: hier haben sie den Zugang vergessen. Wieder viel Suchen und Laufen bis wir in irgendeiner Ecke einen Fahrstuhl finden. 4 Stationen bis zum Nachbarhotel des Excalibur. Und von dort wieder einen Kilometer zum Hotel laufen. Klein geht hier nicht.

Erschöpft wagen wir dann spät am Abend einen Besuch eines ‚einarmigen‘ Banditen. Die Geschickte ist recht schnell erzählt.

Minute 1: 20 Dollar in den Automaten, Minute 2: Gewinn auf 80 Dollar gestiegen, Minuten 3-8: Guthaben auf null gesunken. Ok, der Fehler liegt wohl am Einsatz: klein geht hier eben nicht..... 


 

 

 

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