Pure Schönheit


Heute treffen wir Moritz in Portland und freue uns sehr darauf😊. Also wieder ein etwas längerer Ritt. Die Sonne schafft es nach und nach wie gestern schon den Nebel zurückzudrängen. Der kalte Pazifik schickt immer in der Nacht Nebelschwaden aufs Land und wenn sich diese auflösen, ergeben sich unglaubliche Bilder, was man auf diesem Bild hier unschwer erkennen kann. Es ist eher ein Zufallsbild und wohl das schönste Bild meiner bisherigen Reise. Mehr Schönheit ist nicht möglich.

 


So geht es immer weiter am Ozean in Richtung Norden, bis wir schließlich in Portland, Oregon ankommen und uns mit Moritz, meinem früheren Mitbewohner und Freund im Steakhaus treffen.


Es ist immer ein besonderer Momente, wenn man in der  Ferne Freunde trifft. Im Steakhaus versuchen wir das Salt-Lake-City-Steak zu wiederholen, was aber leider misslingt. Es ist gut, aber das Ganzkörperereignis findet leider nicht statt. Sei es drum. Wenigstens zahlt man in Oregon den Preis, der auf der Karte steht. In den anderen Staaten der USA ist der Preis auf der Karte ohne alles, also nicht der Endpreis. Und es gibt sehr viel „alles“, was sich die Amerikaner als Zuschläge so ausdenken. Da ist die Salestax, der Bedienungszuschlag, der „kaltes-Bier-als-Gruß-an-die-Küche-Zuschlag“, die Steuer auf einen dieser Zuschläge, die Tourismusabgabe, die Sonderabgabe auf das Trinkgeld und was die hier alle sonst noch so wollen. Das Steak für 22 Dollar liegt dann schnell bei 40 Dollar. Hinzu kommt, dass hier jeder Bundesstaat sein eigenes Süppchen kocht. Mich wundert nicht, dass die Amerikaner fast alle bis über beide Ohren verschuldet sind. Man lernt hier die deutsche Preisangabenverordnung zu schätzen. Auch in Kanada ist der Preis am Produkt nicht vorher zu ermitteln, selbst als Meister der Prozentrechnung nicht. Nun, in Oregon ist das zum Glück nicht so. Man zahlt das, was dort steht. 

Ganz allgemein wirkt Oregon sehr aufgeräumt und fast europäisch. Die Menschen scheinen entspannter und nicht so hektisch wie im Rest der USA. Die Regierung ist zumeist von den Demokraten gestellt. Es ist ein recht liberaler Staat, was sich auch in der Drogenpolitik zeigt. Marihuana ist legalisiert und der Konsum von Drogen allgemein entkriminalisiert. In Portland in der Innenstadt sehen wir die Kehrseite dieser Politik. Jede Menge Fentanyl-Opfer leben oder besser: vegetieren hier vor sich hin. Schlimm! Überall Obdachlose, am Straßenrand Menschen, die merkwürdige Verrenkungen und Geräusche machen. Einige liegen offen, auch halbnackt, herum, einige in Zelten. Die Zahl der Drogenabhängigen hier liegt eben auch an der sehr liberalen Politik des Bundesstaates. Die Massen strömen hierher. Wie man es macht, macht man es falsch....

Der Abend mit Moritz ist dann ganz entzückend und wir verabreden uns in drei Wochen für ein Abendessen in Vancouver, wenn ich dort auf Durchreise in die Heimat bin.

 

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