Tartarugas



So nennen die Brasilianer die Schildkröten. Es gibt einige Arten, die am Strand hier und in vielen anderen Teilen Brasiliens ihre Eier ablegen. Die Größte ist 3 Meter lang und wiegt bis zu 400 Kilogramm. In Praia do Forte gibt es eine Stelle einer Organisation, die sich dem Schutz dieser großen Tiere verschrieben hat. Im Wesentlichen wird aufgepasst, dass das Gelege nicht zu schaden kommt. Strände werden ggf. abgesperrt bzw. die Nester gekennzeichnet, um Zerstörungen zu vermeiden. Dort, wo das alles nicht funktioniert, nimmt man die Nester mit und bebrütet die Eier künstlich. Die daraus schlüpfenden Schilkröten haben eindeutig einen Startvorteil, werden sie doch direkt ins Meer gesetzt und umgehen damit den Todeslauf vom Nest ins Meer, auf dem ein großer Teil bereits von Vögeln abgefangen werden. Aber auch so schafft es nur eine Schildkröte aus Tausend das Erwachsenenalter zu erreichen. Selbst bei einem durchschnittlichen Gelege von 120 Eiern eine unglaublich geringe Überlebensquote. Der Rest ist Futter. Die Organisation Tamar (Tartarugas maritim) hat am Hafen eine Informationsstätte errichtet. Im Grunde ist es eine Ansammlung von kleineren Schwimmbecken, in denen jeweils eine Schildkröte einer Art schwimmt. Mir erscheint das Becken nicht sehr groß und bei den meisten Tieren habe ich eher das Gefühl, dass sie den ganzen Tag damit beschäftigt sind, den Ausgang zu suchen. Die Informationsstätte gibt sicherlich viele Informationen, allerdings sind diese samt und sonders auf Portugiesisch. Es gibt keinerlei spanische oder gar englische Übersetzung. Es relativiert eine Information dann doch immens, wenn man dieser Sprache nicht mächtig ist, und es wird eher zur Anschauung. Nun, ich habe hier tatsächlich keine Europäer wahrgenommen. Einer Übersetzung bedarf es anscheinend nicht.

Am Hafen/am Strand wird gefeiert was das Zeug hält. Geschmückte Schiffe liegen im Wasser, es wird wie wild geböllert. Im Moment ist mir der Grund noch schleierhaft. Das Freiluft-Zelt vor der dort ebenfalls gelegenen Kirche deutet allerdings auf irgendetwas kirchliches hin. Ich werde es beobachten. Doch vorerst ist noch ein wenig Schonprogramm angesagt: es geht wieder sehr früh ins Bett. 

 

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