Torturen
Von üblen Krämpfen geschüttelt
und schweißgebadet wache ich mitten in der Nacht auf. Leider sucht mich immer
wieder einmal meine Bauchentzündung heim. Genau jetzt ist der Zeitpunkt erneut
gekommen. Auf dem Weg ins Bad verabschiedet sich mein Kreislauf und ich liege
einfach nur da und warte. Puh! Natürlich habe ich die entsprechenden
Medikamente dabei – Antibiotika. Doch leider reicht eines der beiden Medis nur für
4 Tage. Da habe ich schlecht geplant. Für den Anfang reicht es, aber etwa 9-10
Tage sollte ich schon therapieren. In der Hoffnung, dass dieses Medikament hier
vielleicht frei verkäuflich ist, schleppe ich mich zur Apotheke. Die Damen dort
sprechen leider nur, und wirklich NUR, portugiesisch, aber das Kopfschütteln
bekommen sie auch auf Englisch hin. Mit Google-Translate erfrage ich ein
Ärztezentrum, in das ich gehe. Leider ist dort das Kopfschütteln noch größer.
Es ginge nur mit Termin. Ein neuer Ort wird mir genannt, im Stadtzentrum. Auch
dorthin laufe ich weiter, aber dort gibt es gar nichts. Der Fremdenführer im
Auftrag der Stadt spricht etwas englisch, kann mir in der Nähe aber keinen Ort
nennen. Stattdessen meint er ich solle es an einem Ort versuchen, wo sie für
Ausländer zuständig seien und nennt mir einen. Mein Körperakku und auch der
Akku meines Telefons gehen langsam zu Ende, so dass ich es lieber nicht
riskiere mit Googlemaps zu laufen. Ich bestelle mir ein Uber-Taxi. Dummerweise
kommt der Fahrer eins nicht und cancelt schließlich die Fahrt. Selbiges
passiert mit Fahrer 2. Den Grund sehe ich dann 300 Meter entfernt. Zwei Busse
sind ineinander gefahren und blockieren alles. Die Rettung per Uber dauert manchmal schon ein wenig. Umso wichtiger ist es immer das Telefon voll geladen zu haben. Das habe ich heute dummerweise verpennt.
Also wieder Kraft sammeln und den Ort wechseln. Es funktioniert. Ein Uber bringt mich erst einmal zum Nachladen nach Hause. 2 Stunden später fahre ich dann an den Ort für die Ausländer. Ich lande in einer Fürsorgestelle für Flüchtlinge, in der es aber nur Sozialarbeiter gibt, und komme mir etwas fehl am Platz vor. Das Wesen eines Sozialarbeiters ist es helfen zu wollen. So setzen mir zwei Damen auf Portugiesisch über eine Stunde lang ein Schreiben auf, mit dem ich an einem anderen Ort garantiert ein Rezept für mein Medikament erhalten soll. Dort jedoch lässt man mich wieder eine lange Weile warten, tippt dann wieder sehr lange etwas in einen Computer, nur um mir dann mitzuteilen, dass mein Ansinnen nicht möglich sei. Inzwischen ist der Tag fast zu Ende und ich bin dann doch etwas ungehalten, da man auch mit Übersetzung nicht versteht, was ich eigentlich will. Einem eiligst herbeigerufenen englischsprechenden Assistenten erzähle ich dann zum x-ten Mal mein Anliegen. Er verspricht sich einzusetzen, was bei mir noch nicht einmal Hoffnung weckt. Doch alles wird gut: er gibt mir ein Rezept. Schnell ein Uber gerufen und zurück nach Consolocao. Der Taxifahrer maßregelt mich als ich mein Mobiltelefon nutze. Zu gefährlich in dieser Gegend - auch er packt alles ein, was von draußen an Werten sichtbar ist. Drei Straßen später wird alles wieder zurück drapiert. Gegen 19.30 Uhr kann ich dann endlich mein Medikament in der Apotheke entgegennehmen. Es geht um 15 (!!!) Pillen. Der Apotheker am Abend spricht sehr gut Englisch und erklärt mir, dass Antibiotika in Brasilien wirklich äußerst streng reglementiert seien. Ich muss Formulare ausfüllen und alle meine Ausweisdaten werden notiert und müssen gemeldet werden. Eine Odyssee liegt hinter mir, aber irgendwie war es auch spannend auf diese Weise Einblick in die Gesundheitsversorgung zu erhalten. Manchmal muss man eben leiden, um Erfahrungen zu machen. Und hier noch die Torte, die ich im Moment eben leider nicht essen kann, kein Steak, keine brasilianische Leckereien, kein Bier. Das Leid komplettiert sich:-(
Also wieder Kraft sammeln und den Ort wechseln. Es funktioniert. Ein Uber bringt mich erst einmal zum Nachladen nach Hause. 2 Stunden später fahre ich dann an den Ort für die Ausländer. Ich lande in einer Fürsorgestelle für Flüchtlinge, in der es aber nur Sozialarbeiter gibt, und komme mir etwas fehl am Platz vor. Das Wesen eines Sozialarbeiters ist es helfen zu wollen. So setzen mir zwei Damen auf Portugiesisch über eine Stunde lang ein Schreiben auf, mit dem ich an einem anderen Ort garantiert ein Rezept für mein Medikament erhalten soll. Dort jedoch lässt man mich wieder eine lange Weile warten, tippt dann wieder sehr lange etwas in einen Computer, nur um mir dann mitzuteilen, dass mein Ansinnen nicht möglich sei. Inzwischen ist der Tag fast zu Ende und ich bin dann doch etwas ungehalten, da man auch mit Übersetzung nicht versteht, was ich eigentlich will. Einem eiligst herbeigerufenen englischsprechenden Assistenten erzähle ich dann zum x-ten Mal mein Anliegen. Er verspricht sich einzusetzen, was bei mir noch nicht einmal Hoffnung weckt. Doch alles wird gut: er gibt mir ein Rezept. Schnell ein Uber gerufen und zurück nach Consolocao. Der Taxifahrer maßregelt mich als ich mein Mobiltelefon nutze. Zu gefährlich in dieser Gegend - auch er packt alles ein, was von draußen an Werten sichtbar ist. Drei Straßen später wird alles wieder zurück drapiert. Gegen 19.30 Uhr kann ich dann endlich mein Medikament in der Apotheke entgegennehmen. Es geht um 15 (!!!) Pillen. Der Apotheker am Abend spricht sehr gut Englisch und erklärt mir, dass Antibiotika in Brasilien wirklich äußerst streng reglementiert seien. Ich muss Formulare ausfüllen und alle meine Ausweisdaten werden notiert und müssen gemeldet werden. Eine Odyssee liegt hinter mir, aber irgendwie war es auch spannend auf diese Weise Einblick in die Gesundheitsversorgung zu erhalten. Manchmal muss man eben leiden, um Erfahrungen zu machen. Und hier noch die Torte, die ich im Moment eben leider nicht essen kann, kein Steak, keine brasilianische Leckereien, kein Bier. Das Leid komplettiert sich:-(




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