Ab in den Süden - der zweite Teil meiner Reise

Die Unterbrechung meiner Reise in Deutschland geht heute mit weiß gefrorenen Dächern zu Ende. Als ich noch in Amerika war, wurde mir von allen Seiten gemeldet es sei so warm, sonnig und schön in Berlin. Davon habe ich genau NULL mitbekommen, denn just mit meiner Rückkehr war es grau, trüb, regnerisch und kalt. Der Winter kommt, ich gehe! Zunächst mache ich einen kleinen Abstecher nach Kapstadt, dann 4 Wochen Namibia/Botswana, Mitte November fliege ich nach Sambia, Ende November nach Johannesburg und fahre Richtung Kruger-Nationalpark, danach Lesotho, wieder Kapstadt, Gardenroute und dann "schon" wieder zurück nach Berlin.

Die Zeit habe ich genutzt, um das eine oder andere Notwendige zu Hause zu erledigen, aber insbesondere  zum Feintuning des zweiten Teils meiner Reise. Wichtige Dinge sind gekauft, Informationen gelesen, Flüge und Unterkünfte bis in den Dezember hinein gebucht. Mit Beihilfe, Krankenversicherungen und ADAC habe ich mich herumgeärgert und bin nun recht sicher, dass ich angemessen abgesichert bin. Die Beihilfe befindet sich derweil im Jahr 2023 immer noch im Coronamodus, weil unerreichbar, was unglaublich erbärmlich ist.

Das Briefing für die Gefahren im südlichen Afrika habe ich summa cum laude bestanden. Folgende Erkenntnisse sind bei mir hängen geblieben: die große Stabtaschenlampe dient als Moskitoabwehr, die Doxycyclin-Tabletten verhindern Löwenbisse und die  Tollwutimpfung verschreckt die Skorpione. Die Mikropur-Tabletten töten die Schlangen und mit dem großen Netz fängt man die Hyänen ein. So jedenfalls habe ich es gelernt :-)

Ich denke am Sichersten ist es, wenn ich mir einen Pinkelpott ins Zimmer stelle. So muss ich nicht vor die Tür und mich nicht mit den ganzen Tieren herumärgern.

Die Versorgung im Hinblick auf die Fotoausrüstung ist ebenfalls verbessert. Ein neues Tele sollte dann endgültig sicherstellen, dass ich wirklich einen Elefanten sehe. So richtig vorstellen kann ich mir das aber weiterhin nicht.

Am Abend geht es luxuriös über Istanbul nach Kapstadt. Luxuriös, weil Turkish Airlines 2 Gepäckstücke als Standard erlaubt. Turkish Airlines ist sooo oldschool, ich fühle mich wie in den 80er Jahren. Man kann theoretisch seinen kompletten Hausstand mit auf Reisen nehmen, an Bord gibt es ohne Ende Essen ohne irgendwelche Zusatzkosten, das Personal ist supernett und man bekommt jeder ein kleines Täschchen mit Latschen, Socken, Zahnbürste, Schlafmaske und Ohropax. Leider war es mit der Pünktlichkeit etwas problematisch, aber die Kassandra am CheckInn in Berlin hat nicht recht behalten.  Er meinte es sei eigentlich unmöglich in Istanbul innerhalb einer Stunde einen Anschlussflieger zu bekommen. Der Flughafen ist tatsächlich riesig (und wunderschön), aber alles hat bestens geklappt. Es wäre mir gar nicht so unrecht gewesen in Istanbul noch einen kleinen Stadtbummel mit dem Genuss eines Souflees zu machen. 

Im Flieger nach Kapstadt wähne ich mich in einem Silbermeer. Die gesamte deutschsprachige Rentnerbrigade aus Europa nutzt offensichtlich eine der letzten Chancen dem gicht- und rheumafördernden Winter zu entfliehen. Schwarz ist hier keiner und ich bin umso gespannter auf  Südafrika...


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