Fachkräfte


Das Wetter ist sehr durchwachsen die Tage, so dass es schwerfällt sich aufzuraffen. Ich schaffe es schließlich und wandere zu meinem Traumziel: Ipanema. Der liebe Gott hat diesen Ort als den schönsten der Welt erschaffen. Hier befindet sich das Paradies, wer etwas anderes behauptet, der lügt! Ich kenne Ipanema und doch: wann immer ich die Straße von  der Copacabana dort hinüber nehme. verschlägt es mir aufs Neue, und nicht minder als beim ersten Mal, den Atem. Ein unbeschreibliches Bild tut sich vor mir auf mit den Hügeln im Hintergrund, der Favela, die über den einen Hügel rankelt und dem Strand davor. Ziel ist es heute den Strand dahinter zu erwandern, aber nach 6 Kilometern reicht es und ich miete mir einen Stuhl und einen Schirm und lasse mir um 13.00 Uhr einen Caipirinha servieren. Bähm! Es kommt höchst selten vor, dass ich mir Alkohol am Tag gönne. Dieser hier macht so richtig Spaß. 4 Euro für nen halben Liter. Da kann man nicht meckern. Eine Weile befinde ich mich in meiner Welt und erst nach und nach komme ich ins Beobachten. Um mich herum lauter Bienen, die Bienen mögen. Dazu eine Schar fliegender Händler. Meist junge Burschen, die alles verkaufen, was man an so einem Strandtag halt so braucht. Maiskolben, Eis, Bikinis (auch für Bienen), Sonnenbrillen, Zigaretten, noch viele Caipirinhas mehr usw. Es sind zumeist wirklich Burschen, denn es ist echt anstrengend den ganzen Tag irgendwelche Karren durch den Sand zu ziehen. Aber auch die eine oder andere üppige Chica ist darunter und verkauft. Dabei flirtet sie heftig mit den Bienen - die tatsächlich oft eher gestandenen Drohnen sind. Das tun im übrigen auch die Burschen, obwohl die eher Blumen, meist die richtig doppelt gefüllten, mögen. Wie schon beim letzten Mal 2022 fällt mir auf, dass einige der Burschen einen kleinen schwarzen Kasten am Knöchel befestigt haben. 


Es sind Freigänger, die am Abend wieder in ihren Zellen sitzen. Brasilien hat die Lösung für den Fachkräftemangel gefunden. Mehrere dieser Fußgefesselten bieten Waren aus ihrem angestammten Bereich an: der Joint ist ebenso zu erwerben wie die Line Cocaina. Ist schon praktisch, dass sie trotz ihres Gefängnisaufenthalts ihrer Profession weiter nachgehen können. Ich sehe schon die Lösung für den sich abzeichnenden Mangel an Marihuana-Fachverkäufern in Deutschland, wenn Marihuana legalisiert ist. Die Mail an Karl ist raus. Die technischen Fragen im Hinblick auf die Standards zur Funktionsweise der Fußfesseln werden sicher schnell klärbar sein.


 

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