Fluss und Busch
Im Ngepi-Camp bleibe ich zwei Nächte und die erste habe ich gut überstanden. Es ist schon recht laut so ganz ohne Wände, aber man braucht keine Klimaanlage, man verbringt die Nacht wohltemperiert. Mein Frühstück am Fluss zieht sich hin, die Küche sucht ihre Gasflaschen. Was soll's, die Tour heute ist exklusiv für mich und mein Guide wartet geduldig. Mit dem Mokoro, einem Einbaum-Boot aus Holzstämmen gefertigt (meines ist jedoch aus Kunstharz gegossen) im Schlepptau, geht es etwa 8 Kilometer flussaufwärts zu den so genannten Poppa-Falls.
Das ist im Grunde einfach nur eine Stromschnelle. Von dort werde ich von meinem sehr sympathischen Guide flussabwärts gepaddelt und erfahre viel über die Menschen und die Natur. Die Rundhütten z.B. werden tatsächlich weiterhin traditionell gebaut. Das dauert zwei Wochen und sie halten gut 5 Jahre bevor sie erneuert oder saniert werden müssen. In der Regel leben in einer Hütte 2-3 Personen, kommen Kinder hinzu, dann wird eine weitere Hütte gebaut. Immer mehr Leute bauen sich stabilere Hütten, mit Ziegeln, die aus dem Sand des Flusses gewonnen werden. Strom gibt es in den meisten Orten nicht. Viele schaffen sich je nach finanziellen Möglichkeiten, Photovoltaikanlagen an. Die trockenen Felder werden mit Mais und vielem mehr bepflanzt, oft ab September, dieses Jahr wartet man, da sich die Regenzeit verzögert. Ich kann es mir gar nicht vorstellen, dass es hier auch mal grünt und blüht, aber so soll es wohl ab Januar sein.
Der Fluss ist voller Hippos, in Gruppen bis zu 20 Tieren. Auch hier erfahre ich viel Neues. Es ist durchaus so, dass die Tiere Boote angreifen. In diesem Fall gilt es entweder schneller zu sein oder von vornherein möglichst im flachen Wasser bzw. sehr nah am Ufer zu sein. Und genau das ist seine Strategie: wenn wir mal in/durch die Mitte des Flusses müssen, dann paddelt er wie ein Wahnsinniger bevor es am Ufer entlang wieder gemächlich zugeht. Er selbst ist bereits mehrfach attackiert worden und konnte sich immer gerade so an Land retten. Manchmal bereue ich gefragt zu haben. Drei Stunden plätschern wir dahin und erreichen wieder das Camp. Eine dreistündige Mittagspause - was für ein Luxus - dann geht es weiter auf meine nächste Safari.
Der Mohango National Park ist kaum 5 Kilometer entfernt, wieder in Richtung botsuanische Grenze. Wir sehen wieder die üblichen Verdächtigen, ein paar mehr Affen - Vervet-Monkeys und Paviane, Impalas, Kudus, besonders schöne Elefanten und ein Prachtexemplar von einer Giraffe. In einer großen Tiefebene mit letzten Resten von Wasser versammelt sich alles. Große Zebra- und Impalaherden, Flusspferde, die hier auch am Tag an Land zu sehen sind beim Grasen, vereinzelt Büffel, ägyptische Gänse. Alles etwas kleiner als im Moremi Game Reserve in Botsuana, aber dadurch auch etwas gemütlicher.
Ein leckeres Abendessen und dann sitze ich wieder an/in meiner Buschhütte und lausche den Elefanten. Auch die Nilpferde sind heute Abend sehr laut zu hören. In dieser Geräuschkulisse schlafe ich ein.


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