Abschied

 



Der Tag startet farbenfroh, als mich beim morgendlichen Kaffee ein Hotelangestellter freundlich grüßt. Gekleidet ist er mit einer tiefroten Uniform und schwarzer Hose. Und dazu: gelbe Gummihandschuhe. In der Sonne leuchtet er wie die Deutsche Nationalflagge (aus beiden Richtungen) und strahlt heller als die Sonne selbst.


Am letzten Tag in Sambia muss ich unbedingt noch einmal zum Sambesi. Auf dem Weg dorthin mache ich noch einmal Halt in dem Café von gestern und wo ich schon einmal so weit gekommen bin, kann ich gleich die restlichen 5 Kilometer laufen. Kinder betteln um Geld und ich sehe ein Schild, das darauf hinweist, dass es verboten ist Kindern etwas zu geben, da es gefährlich sei. Es wird sicherlich häufiger vorgekommen sein, dass die Gabe als nicht ausreichend empfunden wird und die Kinder, insbesondere in Gruppen, unwirsch werden, was ja auch schon in Windhuk meine Erfahrung gewesen ist. Zudem denke ich, dass es halt auch ein Erziehungseffekt ist, wenn sie dabei erfolgreich sind.


Von der Hauptstraße leitet mich GoogleMaps durch ein kleines Industriegebiet mit Brauerei und irgendwelchen Agrargebäuden durch ein kleines Wohngebiet. Danach geht es kurz weiter durch Buschland. Die üblichen Elefantenspuren: auf Kopfhöhe gestutzte Bäume. Ich befinde mich im Elefanten-Korridor, der zwischen dem Fluss und der Stadt Livingstone liegt, und durch den die Elefanten zum Fluss und darüber hinaus durch den Fluss nach Simbabwe wandern. Vorsichtshalber frage ich die Einheimischen, die hier am Weg auftauchen, wie das mit den Elefanten ist. Sie meinen die kämen erst am Abend. Na dann! Kurz vor dem David-Livingston-Hotel hält dann aber ein Mitarbeiter (Manager?) des Hotels an und fragt mich, ob es für mich ein großes Problem sei, wenn er mich mitnähme. Er würde sich wesentlich besser fühlen, da vereinzelt Elefantenbullen auch tagsüber hier herumstreunen. Da sag ich nicht nein. Und dann eben Sonnenuntergang, schön, entspannt, erhebend.


Für den Rückweg im Dunkeln bestelle ich mir sowieso meinen Taxifahrer. Lesend sitze ich vor meinem Zimmer draußen und immer wieder gibt es ein Gespräch mit Dwayne, meinem Cousin (Ich hab das jetzt so beschlossen). Er lädt mich für morgen zum Mittag ein als Dank für die vielen Gespräche. Ich fühle mich geehrt.

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