(if) I had a farm in Africa

 


Weiter geht die Fahrt Richtung Westen ans andere Ende des Etosha-Parks. Die anzusteuernde Unterkunft heißt Dolomite-Camp. Was immer sich hinter diesem Namen verbergen mag, ich werde es herausfinden. Davor gilt es aber ca. 150 Km auf teils unglaublich schlechten Pisten zurückzulegen. Manchmal hat man das Gefühl auf geteerter Straße zu fahren, der Boden ist fest und nur hin und wieder weht ein wenig Sand herum. Ein wenig wie bei uns im Winter mit leichten Schneeverwehungen. Alles ist sehr weiß, eine Sonnenbrille unerlässlich. Dann aber geht das Geholper los und selbst 20 Stundenkilometer scheinen viel zu schnell. Da wirkt der Hinweis auf das Tempolimit von 60 km/h wie Hohn. Wäre ich hier mit meinem eigenen Auto unterwegs, ich hielte nach 100 Metern weinend an. Bodenwellen, soweit das Auge reicht in rascher Abfolge und bis zu ca. 15 cm. hoch. Es knallt und scheppert. Man ist offensichtlich bereits an vielen Stellen dabei die Strecke zu glätten, hier fehlen aber noch 30 Kilometer. Der morgendliche Kaffee ist bei dem Gewackel früher bereit für den Ausstieg als an den anderen Tagen. Am Straßenrand darf man eigentlich nicht aussteigen, aber was soll man machen, wenn die Natur ruft? Währenddessen scanne ich den näheren Bereich nach Löwen und sonstigen Angreifern und bleibe unversehrt. An den Wasserlöchern im Westen ist heute der Teufel los.



Horden von Elefanten ziehen per Karawane in Richtung des einen und haben dort eine Schlammparty. Die Strauße stehen ratlos daneben und werden nicht vorgelassen. Wenn die Elefanten dran sind, dann müssen alle anderen warten, Oryx, Zebras und Impalas. An einem weiteren Wasserloch sind dann die Kerle zu finden, drei an der Zahl.


Prächtige, gewaltige Bullen. Wenn die Hormone sprießen, dann fliegen die Jungs zuhause raus und ziehen manchmal allein durch die Gegend, manchmal auch als Männer-WG. Die Mädchen ziehen derweil in großer Gruppe tratschend durch die Landschaft. An den Wasserlöchern im westlichen Park gibt es große Gruppen von Geiern, ähnlich wie Hyänen erscheinen sie mir linkisch. In der Ferne werden zwei Hügel sichtbar. Obendrauf entdecke ich Hütten. Das Dolomite-Resort ist dort angesiedelt und ich darf hier eine Nacht bleiben. Ich freue mich wahnsinnig. Meine Hütte steht Richtung Westen, so dass ich heute bequem, ohne das Haus zu verlassen, den Sonnenuntergang vom trauten Heim anschauen kann.

Vor mir erstreckt sich die Weite Afrikas, in der Ebene ziehen Gruppen von Tieren zum nahe gelegenen Wasserloch. Ich erwarte jeden Moment, dass Robert einfliegt. Redford, nicht Habeck! Und dann fliegen wir gemeinsam in den Sonnenuntergang 😊 (oder so ähnlich 😊))). Hier stünde auf jeden Fall meine Farm.

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