Kruger Nationalpark
Eines der großen Reiseziele für mich und die Welt ist der Kruger Nationalpark. Ich erreiche ihn nach überwiegend monotoner Autofahrt durch flaches Buschland auf einer Straße voller Schlaglöcher. Etwa 10 Kilometer vor dem Parkeingang ist es dann aber doch kurz ziemlich aufregend. Eine Horde Adoleszenter versucht mich an einer Kreuzung zum Anhalten zu zwingen, indem sie sich auf die Straße stellt und die Durchfahrt verengt/verhindert. Mein Gefahrenmonitor steht auf rot und ich fahre – Augen zu - weiter. Auf der Seite des Auswärtigen Amtes habe ich gelesen, dass es insbesondere an den nördlichen Parkeingängen zu Überfällen kommt. Wer weiß, vielleicht waren es halt wieder einfach nur hungrige Jungs….
In den Park zu fahren ist toll. Nicht, weil es jetzt auf einmal besonders anders wäre, Buschland so weit das Auge reicht. Nein, einfach, weil es solch ein besonderes Ziel ist. Meine Freunde, die Impalas sind jedenfalls endlich wieder allerorten zu sehen. Das Punda-Maria-Camp liegt nicht weit vom Tor entfernt.
Ein Camp, wie es sie auch in Namibia gibt. Das Schöne aber ist hier wieder, dass es ein Wasserloch gibt, das ich fast sofort aufsuche und mit einer großen Zahl Tiere belohnt werde. Jede Menge Büffel, die mir noch fehlen, Zebras, Impalas (natürlich!), Kudus und Elefanten. Viel Zeit bleibt nicht, denn am Abend bin ich auf einer Nachttour gebucht. Was für eine Strebergruppe! Alle dozieren der Tourleiterin, Mimi, brav welche Tiere sie schon alle gesehen haben. Mit melden natürlich. Und dann folgen die totalen Besonderheiten, die ich noch nie gehört habe. Das Ganze in einer Mischung aus Afrikaans, Englisch und einheimischer Sprache, so dass ich nicht so furchtbar viel verstehe. Aus dem Zusammenhang schließe ich, dass ich wohl „garantiert“ irgendeinen Vogel sehen werde, der hier brütet und nachtaktiv ist. Mimi erklärt viel zu Bäumen, afrikanischen Traditionen und entdeckt tatsächlich die Graseule im Baum. Mir muss man lange und umständlich erklären wo dort was zu sehen ist. Impalas gibt es selbstverständlich auch, und als die Sonne untergegangen ist, sehen wir Springhasen, Ginsterkatzen und Buschhasen.
Am Wegesrand leuchten viele Augenpaare, so dass es ein Leichtes ist die Tiere auszumachen. Auch in der Nacht lebt der Busch. Die Elefanten riecht man lediglich. Irgendwo abgelegen steigen wir dann aus dem Auto, bewacht von Mimi mit ihrem Gewehr, und warten. Alle rufen freudig: da! Da ich davon ausgehe, dass es sich um einen Vogel handelt, mache ich mich wenigstens nicht völlig lächerlich, sehe aber absolut nichts und starre wie die anderen – wissend nickend – in irgendeinen Baum. Anscheinend habe ich ein völlig seltenes Tier gesehen, von dem ich weder weiß, wie es aussieht, noch wie es heißt. Das macht mich stolz!
Später am Wegesrand dann sitzt ein Vogel, der das wohl wirklich ist. Jetzt weiß ich das Aussehen, aber immer noch nicht den Namen. Hübsch ist er jedenfalls nicht.
Im Camp schaue ich wieder eine Tierdoku am Wasserloch. Auf dem Programm heute das Leben der Elefanten. Ein Bulle hat sich zur Gruppe gesellt. Eigentlich haben die keinen Zutritt, aber es ist ein Zeichen für eine Romanze. Eine Elefantendame mit kleinem Kalb tänzelt ein wenig in seine Richtung, während er schon dabei ist die Gerätschaft auszufahren. Befremdlich dabei ist, dass das Kalb derweil um die Gerätschaft herumtänzelt. Das findet der Bulle auch, packt alles wieder ein und macht sich vom Acker. Zurück bleibt die alleinerziehende Elefantendame…..

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