Shopping


Mit dem Gedanken an die grüne Mamba schlafe ich gestern (schlecht) ein. So ein schlankes Wesen findet sicher irgendwo eine Öffnung und verlässt ihr natürliches Habitat. Im Traum ist diese Gegend verdammt schlangenreich. Tatsächlich gehe ich nachts immer beleuchtet aufs Klo, nicht dass sich wider Erwarten die Python auf einmal IM Klo und nicht davor befindet.

Einem gepflegten Frühstück mit allem was das Herz begehrt folgt ein notwendig gewordene Einkauf, denn ich finde meine Sonnencreme nicht mehr. Sie sollte im Koffer sein. Wo auch immer ich die jetzt schon wieder gelassen habe. Mehrfaches Suchen zeitigt keinen Erfolg. Stattdessen stelle ich erneut fest, dass ich viel zu viel dabei habe. Drei lange Hosen -  völlig unnötig. Und auch die Beleuchtungstechnik - eine Maglite, gefühlt 5 Kilo schwer, habe ich, insbesondere bezogen auf die Leuchtleistung, noch nicht gebraucht. Eine Mini-Taschenlampe schafft ein Vielfaches der Leistung. Ein wenig ist das so wie mit der  Computertechnik. Was heute ein Mobiltelefon an Rechenleistung schafft, dafür benötigte man früher mehrere Räume füllende Computer. Die Maglite ist dafür natürlich unentbehrlich im Kampf mit wilden Tieren, so der geschätzte Freund. :-)


Ich fahre also nach Rundu, zum Glück eine größere Stadt. In den Minimärkten in den Dörfern schaue ich erst gar nicht. In Rundu gibt es genau 3 große Supermärkte, von denen genau EINER EINE letzte kleine Tube mit Sonnenschutz hat. Die Verkäuferin bestätigt mich im Hinblick auf die Notwendigkeit von Sonnenschutz und verweist darauf, dass auch sie eigentlich einen benötigte (was mir so klar vorher nicht war), woraufhin eine weitere Verkäuferin recht schnippisch von der Seite einwirft, dass SIE sich das aber im Gegensatz zu MIR nicht leisten könne. Mit einem Schuldgefühl verlasse ich den Supermarkt. 


Vor den Geldautomaten gibt es sehr lange Warteschlangen. Es ist der Erste des Monats und anscheinend hat das Oktobergeld nicht oder gerade so bis zum Monatsende gereicht und muss heute aufgefüllt werden. Die Supermärkte sind entsprechend voll, wobei auffällt, dass es meist Frauen sind, die einkaufen. Im Wettbüro nebenan ist es dagegen voller Männer, auch in den Alkoholläden. Davor wird fleißig gebechert.


In den Dörfern wird sonst in den so genannten 'Shebeen' gebechert. Das sind in der Regel illegale Dorfkneipen, die keine Lizenz zum Alkoholausschank haben und oft selbst gebrautes Bier verkaufen. Die meisten Dörfer haben keinen Laden, aber eine Kneipe. Das ist wohl überall so. Heute muss irgendwie Schlachttag gewesen sein. In fast jedem Dorf sehe ich einen Stand mit großen Fleischbrocken, an einem Stand ist man gerade dabei die Ware herzurichten - das tote Rind liegt daneben und ihm wird gerade die Haut abgezogen. Frisch auf den Tisch.


Zurück im Camp ziehen von allen Seiten Gewitter auf. Es donnert dramatisch, aber es kommt nur sehr wenig Regen herunter. Auch hier scheint der geschätzte Freund seine Hände im Spiel zu haben, wünschte er mir gestern Abend doch eine Wochen Regen. Für mich Anlass genug heute die Seele baumeln zu lassen in meinem Zeltpalast, der einfach nur wunderbar ist. Auf dem Sofa schaue ich in die Natur, beobachte Vögel und robbe kurz ein Stück zurück zum Schlafen. Das Sonnendrama beobachte ich entspannt auf dem Bar-Boot im Fluss, während die einheimischen Jungs ihre Fischreusen und -netze kontrollieren, ausgemusterte Moskitonetze, was fatal für die Vielfalt in den Flüssen ist, da mit diesen Netzen wirklich alles rausgefischt wird und irgendwann nichts mehr übrig bleibt.

 


 

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