Zurück in Windhuk


Die durch die Bank luxuriös durchorganisierte Reise in Namibia endet heute in Windhuk, der namibischen Hauptstadt. Ich habe so viel Neues gesehen und erlebt, das ich mir in meinen kühnsten Träumen nicht hätte ausmalen können. Die Bilder sprechen sicherlich für sich. 


Gemächlich fahre ich noch einmal durch die Berge und Hochplateaus, genieße noch einmal die Schotterpisten, auf denen man ab einem bestimmten Tempo eigentlich nur noch dahinschwimmt, den Staub der voranfahrenden oder entgegenkommenden Fahrzeuge, wo man kurzfristig komplett blind fährt und hofft, dass weder Schlagloch noch Senke oder gar ein Tier just in diesem Moment auftaucht. Die Schaufel habe ich zum Glück nicht gebraucht und das Auto hat mich gut und sicher an den Ausgangsort zurückgebracht und allein das ist großartig. 


Ein paar Dinge müssen organisiert werden. Die Einreiseformulare für Sambia sind ausgedruckt, beim Frisör war ich für die erforderlichen Passfotos. Heidi's Hair Studio in der Schröderstr. war leider zu, Salon Anke zu weit entfernt. So wurde es 'Figaro' in der Steinstr., in der Nähe der Bergstr., wo ich nebenbei in der "Frau im Spiegel" blättern darf. Bedient werde ich von Anja, auf deutsch. Die Schwarze, die mir die Haare wäscht heißt Erna. Passfotos bekomme ich in der Innenstadt in der Nähe der Christuskirche und der Kaiserlichen Landesvermessung. Bräuchte ich noch Medikamente - die Luisen-Apotheke (gegr. 1909) stünde bereit. 

Zu Erna ein Wort. Mir ist in den Wochen hier aufgefallen, dass die Schwarzen zwar die Regierung stellen, die SWAPO hat gerade eine 2/3 Mehrheit (!!) verloren. Anscheinend ist das Eigentum hier aber ganz deutlich zugunsten der Weißen verteilt. Sei es das Hotel, das Restaurant, der Supermarkt, der Frisörsalon oder die Tankstelle: immer ist ein Weißer die höchste Instanz und vermutlich eben auch der Eigentümer des Geschäfts. Die Schwarzen verrichten die Arbeiten, oft Hilfsarbeiten. Das ist sicher nicht repräsentativ, aber sehr auffällig. 

In der Innenstadt treffe ich einen alten Bekannten. Der junge Mann, der mich bei meinem Start in Windhuk etwas grob angegangen war, bettelt vor dem Supermarkt. Ich hatte in den letzten Wochen schon darüber nachgedacht ihn zu suchen. Nun sitzt er einfach da und sieht sehr mitgenommen aus. Ich gebe ihm etwas Startkapital und bitte ihn zukünftig das mit den Bedrohungen zu lassen.


 

 

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