Haare und Müll

 


Ich wurde oftmals gefragt, warum meine Haare wieder so kurz sind. Einfache Erklärung: weil man in Afrika große Probleme damit hat meine Haare zu schneiden. Bereits in Barberton hatte ich ja meine Haare schneiden lassen. Das Ausrasieren an den Seiten verläuft da problemlos, sobald es aber an die oberen Partien geht, scheitern die afrikanischen Techniken, da sie alle für Afro ausgelegt sind. Scheren finden keine Verwendung, nur die gute alte Haarschneidemaschine. Der junge Mann, der sich an meinen Haaren in Sansibar versucht hatte, wollte es so machen wie er es halt gewohnt ist und nutzte für die Haare oben einen sehr groben Kamm, ich würde mal eher sagen etwas forkenartiges. Die afrikanischen Haare kann man damit anheben und bequem die überstehenden Haare runterrasieren. Mit meinen Haaren klappt das so gar nicht, sie fallen immer wieder ‚durchs Raster‘. Es werden nur einzelne Büschel erwischt und schließlich entsteht ein Flickenteppich an Höhen oben auf meinem Kopf. In dieser Situation weiterhin freundlich zu lächeln verlangt mir sehr viel ab und eigentlich will ich das auch gar nicht, weil der Frisör da nur falsch motiviert würde und es völlig unklar bleibt wohin das führen soll. Nach unglaublich vielen Versuchen eine einheitliche Länge zu schaffen, halte ich es nicht mehr aus und nehme ihm kurzerhand die Maschine aus der Hand und beende das Drama, indem ich meine Haare auf eine Länge runterrasiere. Wir sind letztlich beide verunsichert und betrachten uns ratlos im Spiegel, aber immerhin traue ich mich nun mit dem Ergebnis wieder unter die Leute. Zurück bleibt ein verstörter Frisör, der nun die Abende mit Youtube-Tutorials über das Schneiden von blonden Haaren verbringt.

In Tansania und Ruanda sind Plastiktüten verboten. Man wird vor Einreise darauf hingewiesen, dass hohe Strafen drohen. Vorbildlich lasse ich alle Tüten in Südafrika. Unangenehm ist, dass das Odeur im Koffer dadurch viel Entfaltungsmöglichkeiten erhält. Im Kiosk in Sansibar bekomme ich für meine Wasserflaschen auch tatsächlich nur kleine Stofftaschen. Im Meer sind demzufolge keine Tüten zu sehen. Jedoch: die Wasserflaschen schwimmen wie eh und je herum, Plastik verschmutzt das Meer also trotzdem. Gute Idee, jedoch nicht so umsetzbar wie es wünschenswert wäre.

 

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