Sansibar
Schon mal vorweg, das Formtief ist überwunden, ich bin wieder arbeitsfähig.
Fasse ich mal die letzten beiden Tage zusammen. Über Nairobi bin ich nach Sansibar geflogen. Der Flug nach Kenia war normal und entspannt, der Flug von dort nach Sansibar in einer Propellermaschine recht laut und abenteuerlich. Bei denen habe ich immer das Gefühl, dass sie uralt sind und eigentlich gar nicht mehr fliegen können dürften, aber andererseits sind die wahrscheinlich die verlässlichsten Maschinen, eben weil sie so alt sind und ihre Dienste ohne großes Chichi verrichten. Der Flug wird von Precision-Air durchgeführt. Aber so präzise, wie der Name hoffen lässt, sind sie dann doch nicht. Zunächst ist angeschrieben, sie seien bereits abgeflogen, was einen ziemlichen Schreck bei mir verursacht, dann wird korrigiert und alles steht so wie gewünscht an der Anzeige. Allerdings fliegen wir fast eine Stunde verspätet los und, schlimmer, der Flug ist im Netz nicht verfolgbar. Dazu sei gesagt, dass JEDER Flug im Internet zu sehen ist. Nun hat der eine oder andere, der von meinen Flugplänen weiß, einen Schreck auf dem heimischen Sofa bekommen. Zumal ich bei Ankunft in Sansibar erst einmal nichts erledigen kann, keine Simcard kaufen und kein Bargeld abheben. 90 Minuten dauert es von dort noch bis zu meinem Hotel. Das Taxi fährt mich zuverlässig, obwohl sich die Frage stellt, ob er einfach nur noch zu rasant fährt oder schon zu tief fliegt. Die Straßen sind gut ausgebaut, aber ohne jegliche Beleuchtung (Kabel werden immer wieder gestohlen) oder irgendwelcher Linien bzw. Straßenbegrenzungen. Am Straßenrand tobt das Leben und es grenzt an ein Wunder, dass niemand mal eben von meinem Taxi ‚mitgenommen‘ wird. Ich freue mich von Herzen angekommen zu sein, werde allerdings leider in einem nicht gebuchten Raum geparkt, der eher einer Abstellkammer gleicht. Mir wird versprochen am nächsten Morgen umziehen zu können. Als ich aufwache, fühle ich mich unglaublich schwach und Elend, Frühstück und Umzug in mein gebuchtes Zimmer verlangen mir die letzte Energie ab. Im neuen Zimmer falle ich ins Bett und verlasse es den ganzen Tag nicht mehr, ich verschlafe den Regen und auch den Sonnenuntergang, den ich eigentlich direkt von meinem Bett aus betrachten könnte. Blöder Start hier. Herauszufinden wie schön Sansibar ist muss ich wohl um einige Tage verschieben.


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