Urlaubsparadies mit Einschränkungen


Ein schneller Check im Hospital beruhigt mich - Malaria habe ich nicht, sondern einfach nur eine 'simple' Infektion. Das und eine kurze Infusion wegen des Flüssigkeitsverlustes stabilisieren mich und machen es möglich wieder teilweise das Hotel zu verlassen. Es kristallisiert sich ein Bild dieser Insel heraus. Die Strände sind ultraweiß, die Palmen genial als Kontrast davor und in Teilen ist das Meer türkis. Alles, was ein Urlaubsparadies so braucht. Am Strand jede Menge Massai-Krieger. Ob sie echt sind oder nur Touri-Show weiß ich nicht, aber sicherlich wirken sie höchst exotisch. Ambulante Artistengruppen gehen von Resort zu Resort und führen wirklich beeindruckende Athletik auf. Das ganze in unglaublich sengender Sonne. Ohne Sonnenbrille am Strand bin ich praktisch blind. Ich stelle fest, dass ich mit Ausnahme von Singapur noch nie so nah am Äquator war, hier ist er nur 675 Kilometer entfernt. Die Temperaturen erscheinen mit 32° nicht so furchtbar hoch, aber die Luftfeuchtigkeit geht hoch bis zu 90%. Ein Gemisch, das, außer die Massaikrieger, wohl jeden niedermacht. 

Das sind die positiven und schönen Seiten an Sansibar, die negativen sind, dass man durchgängig über den Tisch gezogen, angebettelt (Ey, gib Geld, sofort!), durchaus aggressiv angegangen wird, etwas zu kaufen. Preise werden von vornherein exorbitant hoch angesetzt und nachdem ein Preis verhandelt wurde, 'vergisst' man mal eben, dass da eine Einigung stattgefunden hat, so dass erneut rumdiskutiert wird. Im Restaurant gibt es 3% Aufschlag bei Kartenzahlung, abgerechnet werden aber 7,5% oder was dem Kassierer gerade so einfällt. Trinkgeld wird selbständig nach oben angepasst, Diskussion zwecklos. Das Hotel erhöht mal eben den gebuchten Preis um 20 Dollar, gerade eben beim Hochkommen höre ich unten an der Rezeption dieselbe Diskussion, die ich bei Ankunft auch schon geführt habe. Man hört dann immer "Hakuna Matata" -es ist alles gut. In diesem Zusammenhang wird der Begriff zum roten Tuch. In Südafrika hört man das auch allerorten, nur verhält man sich dort auch bedeutungsgemäß! Das alles macht die Insel bei aller Schönheit gleichzeitig unglaublich hässlich, weil man nie das Gefühl hat auch nur ein einziges Mal ehrlich behandelt zu werden und vor allem nachdem man in Südafrika und den anderen Ländern weiter im Süden war. Ohne Frage, viele dieser Dinge kenne ich vom Reisen bereits, aber bisher nicht in dieser Geballtheit 

Nun, ich werde mal sehen, ob ich noch irgendwo die Tage vom Gegenteil überzeugt werde, morgen geht es auf einen Scooter und dann schaue ich mir die anderen Plätze auf dieser Insel mal an.

Ansonsten verlasse ich heute meine tägliche Routine des Blogschreibens. Ob ich weiterschreibe, weiß ich gerade nicht so genau. Durchschnittlich brauche ich für den Blog jeden Tag 1-2 Stunden mit Schreiben, oft ohne einigermaßen schnelles Internet für das Bilderhochladen. Vielleicht alle paar Tage oder Wochen, schaut einfach mal, ob es irgendwann weitergeht. Kein Eintrag heißt dann aber eben nicht, dass etwas passiert ist.

Kommentare

Christian hat gesagt…
Lieber Jürgen,
danke für deinen blumigen Beschreibungen deiner Erlebnisse.
Ich hoffe Du kannst Sansibar und deine Weiterreise trotz des
gefühlten Rip Offs genießen.
Bin gespannt auf weitere Geschichten.
Liebe Grüße
Christian

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