Verkehr
Im Westteil der Insel sind die
Straßen perfekt ausgebaut, glatt, ohne Löcher und relativ breit, so dass jede
Richtung in Ruhe fahren kann. In Afrika reichen zwei Spuren auch für 4
Parteien, man muss sich nur Mühe geben. Dabei herrscht das Prinzip ‚Leben und
leben lassen‘. Man tastet sich in den Überholvorgang und erwartet von den
Entgegenkommenden, dass der dann auch zur Seite weicht. Es ist durchaus so,
dass man den für sich notwendigen Platz einnimmt, ihn einfordert, aber für alle
Beteiligten gilt: ich muss auf mich und auch die anderen gleichermaßen
aufpassen und auch diesem den physikalisch nötigen Platz einräumen, so dass –
was manchmal an ein Wunder grenzt – alle
heil durch den Verkehr kommen. Träumen sollte man aber dennoch nicht.
Verkehrsschilder nimmt man höchstens zur Kenntnis bzw. als unverbindliche
Empfehlung – in Berlin nicht anders – man hält sich aber nicht unbedingt dran.
Das gilt auch und insbesondere für Ampeln. Wer bei Rot anhält, der ist
lebensmüde, denn alle fahren weiter und man würde nur einen Zusammenprall der
Massen verursachen, weil sich alle unter Beachtung der Vorfahrt vorsichtig
weiter durchtasten und gar nicht damit rechnen, dass jemand anhalten könntr. Es ist schon erstaunlich wie viel mit Eigenverantwortung doch
möglich ist. Etwas schwierig sind die Bodenwellen zur
Geschwindigkeitsbegrenzung. Sie sind höchst selten angekündigt bzw. schwer
erkennbar und dazu teilweise so hoch, dass man mit zu hoher Geschwindigkeit
sehr leicht stürzen kann. Für Motorräder kommt dazu, dass sie manchmal so hoch
sind, dass man garantiert aufsetzt – es kracht dann und die Funken schlagen.
Um von A nach B zu kommen, scheint es hier einen recht guten öffentlichen Transport mit Bussen, umgebauten Kleinlastern und sogar dem thailändischen Tuktuk ähnlichen Gefährten zu geben. Ohne Unterlass fahren sie alle die Straßen entlang und halten, wo immer jemand Zutritt begehrt. Die Busse sind entweder sehr alt – unglaubliche Dieselwolken steigen auf – oder sie sind aus China. China ist überall in all diesen Ländern!
Unterwegs entdecke ich heute durch Zufall eine Schule im Ferienmodus. Zunächst denke ich, dass es sich um irgendwelche Ruinen handelt. Aber so ist es nicht. Es sind unrenovierte Baracken ohne Türen und Fenster, in denen Schulbänke, ein Lehrerpult und eine Tafel stehen. Unterscheidet sich wenig von Berlin, außer dass es hier keinen defekten OH-Projektor in der Ecke gibt und vielleicht, dass, so denke ich, die Lernergebnisse hier um Längen besser sind. Schade, dass Ferien sind – ich hätte das gern im laufenden Betrieb gesehen, aber die Kinder sind derzeit alle zuhause, was eine helle Freude ist, als ich heute eine sehr abgelegene Straße durch die Dörfer fahre und Horden von kreischenden Jungs und Mädchen hinter meinem Roller herlaufen, dass mir fast Angst und Bange wird sie könnten mich in einer Art Wettbewerb vom Sattel zerren.
Auf der Ostseite der Insel besuche ich etwas entlegenere Strände, an denen es ebenso Mengen an Massai-Kriegern gibt. Attraktive junge Männer, hochgewachsen, schlank, charmant und sehr archaisch mit uralten Traditionen behaftet. Die Frauen werden weiterhin verstümmelt und zugenäht, um sie heiratsfähig zu machen, damit diese nicht auf die Idee kommen sich anderweitig zu vergnügen. Die weibliche Verstümmelung ist eine bittere Realität in Afrika im Jahr 2023 und inzwischen auch Realität in Europa, die "Kultur" wird eben mitgenommen. Die Massaikrieger hier haben aber aber wohl auch ganz andere Ziele. Und das sind ältere Damen aus Europa. Diese werden so lange umgarnt, bis sich die Geldbörse oder vielleicht auch noch mehr öffnet. Der weibliche Sextourismus blüht in Ostafrika (Kenia/Tansania) und wurde eingängig in dem Film „Paradies Liebe“ abgehandelt. Sage mal jemand die Gleichberechtigung käme nicht voran!



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