Von Shingwedzi nach Letaba (Karte 4 der Kruger-Map)


Die Kruger-Nationalpark-Karte ist in 5 Teile eingeteilt. Gestern war Teil 5 (nördlichster Teil) dran, heute kommt die Nummer 4. Bei bewölktem Himmel, aber bei sehr angenehmen 20 Grad fahre ich los und begegne den üblichen Verdächtigen: Elefanten in allen Bereichen. Man kann die Hauptstraße, die wunderbar geteert ist, nehmen, aber man kann auch kleinere Loops fahren. Dann geht es über unbefestigte Wege, die aber ebenfalls sehr gut instandgehalten werden. Die Impalas sind da und wirken wie Klimakleber auf der Straße.

Auf der Teerstraße läuft eine Schildkröte und verbarrikadiert sich, sobald sie mich erblickt. Oh je, dass die man nicht überfahren wird! Kurz überlege ich sie zu versetzen, aber ich weiß ja, dass Aussteigen strengstens verboten ist. So fotografier ich sie nur und mache dazu die Tür auf. Und schwupps: kommt ein Ranger und fragt mich streng, was ich da mache. Ja, natürlich, ich darf das nicht. Und nein, das mache ich ganz sicher nie wieder!

Die Elefanten unterwegs entblättern die Büsche am Straßenrand und akzeptieren, dass ich Voyeur spiele. Sie sind ohne Frage faszinierende Wesen, die Rangerin vorgestern meinte allerdings, dass es viel zu viele von ihnen gäbe. Sie machten alles platt und sie prophezeit, dass in 10-15 Jahren hier nur noch Graslandschaft sein würde. Leider könne man sie nicht abschießen, da Greenpeace sich für jeden einzelnen Elefanten einsetzen würde. Sie bietet den Europäern an doch jeweils ein paar Elefanten mit nach Hause zu nehmen und diese dann dort aufzustellen. Dem Kruger-Nationalpark täte das gut. Meine Verhandlungen mit der Fluggesellschaft laufen.

In Mopani lege ich eine kurze Kaffeepause ein. Gelegen an einem Damm, schaue ich auf eine faszinierende Wasserwelt mit Reihern, Störchen und Flusspferden. Kurz vor meinem heutigen Ziel, Letaba, ein Massenparken. Erst sehe ich ein totes Zebra, frisch blutig, und sehe dann sich wohlig räkeln, eine Löwin, die ganz offensichtlich gut sattgefressen ist und die Pfoten zum Himmel streckt.

Während ich dieses Schauspiel betrachte, pflanzt sich ein Riesen-SUV vor meine Nase, die Scheibe geht runter und eine Dame (der Begriff ist hier eigentlich fehl am Platze) fragt mich, ob ich etwas sehen kann. Meine Antwort, "jetzt nicht mehr", interessiert sie überhaupt nicht. Ich bin sprachlos.

Was kann man heute Abend anderes essen als ein saftiges Steak? 

 

 

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