Zanzibar ist schön
Mit der Wahl in Kendwa zu wohnen habe ich alles richtig gemacht. Im Süden und Osten gibt es auch schöne Strände, jedoch sind sie schwerer zugänglich oder nicht so perfekt tropisch. Nungwi, der im Norden angrenzende Nachbarort, ist insofern eine schöne Alternative, da dort die Restaurants näher am Meer gelegen sind, der Strand etwas schmaler ist. Was den Touristenauflauf betrifft ist es leider wie an so vielen Orten auf dieser Erde. Laut und mit viel unangemessenem Verhalten seitens der Touristen und eben auch oft der Einheimischen. Die Ibizaisierung der Welt schreitet voran. Einen Tag bewege ich mich nicht von meinem Strand/Hotel weg, lese, schaue dem Treiben zu, döse und schwitze vor mich hin. Viele Russen verbringen hier ihren Urlaub, recht glücklich dabei. Ich versuche mal es einfach nur unbewertet zur Kenntnis zu nehmen.
Heute dann habe ich meinen letzten Tag, an dem ich Schnorcheln/Delphinschwimmen gehe. Mein Boot holt mich um 08.00 Uhr ab und wir düsen einmal um die Insel herum nach Mnemba im Osten. Laut Broschüre dürfen in diesem Marine-Naturschutzgebiet jeden Tag maximal 56 Personen schnorcheln, wobei lediglich 2 Boote mit jeweils max. 8 Personen gleichzeitig dort sein dürfen. Ich zähle an die 100 Boote, alle voll beladen. Die Jagd auf die Delphine startet. Wann immer eine Gruppe in Sicht ist rast die Meute dorthin und es ertönt von überall der Befehl „Spring“! Dumm sind die Tiere nicht. Sobald die invasive Gattung ins Wasser klatscht, gehen sie auf Tauchstation. Dann startet das Spiel wieder neu. Hat was von Wasserrutschen im Schwimmbad, nur dass die Kinder hier etwas älter sind. Aktion zwei ist dann Schnorcheln, ich sehe die üblichen Tropenfische und bin dabei komplett von der Invasion umgeben, die zu einem nicht unbeträchtlichen Teil erstmals das Prinzip eines Schnorchels erkundet. Das Husten und Röcheln bringen mich etwas aus dem Takt, aber ist schon ziemlich amüsant.
An einem weiteren Ort mit weniger Booten versuchen wir es erneut mit den Delphinen und – wow – ich lande in einer Gruppe mit mehr als 20 Tieren, die sich um mich herum tummeln. Das ist schon faszinierend und so nah bin ich diesen wundervollen Tieren noch nie gekommen.
Nun heißt es Abschied nehmen und wer hätte das gedacht: es fällt mir schwer. Sansibar hat mir sehr gefallen und lohnt allemal einen Besuch. Die Menschen sind so wundervoll! Heute Nacht mache ich mich auf den Weg zum Flughafen und es geht über Nairobi nach Kapstadt in altbekannte Sphären. Ich freue mich darauf.


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