Western Cape


Die Flugzeiten für meine Rückkehr nach Südafrika sind unerfreulich. Abflug ist gegen 3 Uhr morgens, so dass Schlaf vorher nicht möglich ist. Auch im Flieger bleibe ich wach und komme recht lädiert in Kapstadt an. Die Temperaturen sind wunderbar sommerlich und vor allem ist es nicht schwül. In meinem Mietwagen fahre ich etwa 40 Km südlich von Kapstadt in mein Guesthouse am Hand mit Blick auf eine große Bucht und zwei kleineren Bergketten. Die Hausangestellten empfangen mich sehr herzlich, überhaupt geht einem in Südafrika immer wieder das Herz auf ob der so angenehmen Menschen. Gladys ist Managerin, Köchin, Zimmerfrau, alles in einem. Sie kommt aus Simbabwe und arbeitet hier seit 5 Jahren. Zurückkehren kann sie nicht, weil es zu teuer ist, aber vor allem, weil sie keine freien Tage hat. Gar keine, nicht Wochenende, nicht Urlaub, überhaupt nichts. Dasselbe gilt für die Brüder aus Malawi. Das Hotel wird von den Dreien gemanaged. Südafrika wird in Gang gehalten von Arbeitsmigranten aus dem Rest des Kontinents. 

Erst einmal hole ich den Schlaf nach und werde abends von Gladys wunderbar bekocht. Gut erholt fahre ich die Küstenstraße, den Chapmans-Drive Richtung Kapstadt. Eine spektakuläre Straße, die weltweit berühmt geworden ist durch diverse Autowerbungen, insbesondere von BMW. Berge und Ozean verschmelzen miteinander, ab und an tauchen Buchten auf, die vom Wolkennebel teilweise verdeckt werden. Traumhafte Ausblicke auf türkisfarbene Strände. Sehr lang ist diese Straße nicht, eh ich mich versehe bin ich schon wieder in Kapstadt, in Seapoint wo meine Reise Mitte Oktober gestartet war. An der Promenade flanieren die Schönen und Reichen und der Kontrast zum Schicksal von Gladys und den Brüdern im Hotel könnte nicht größer sein. So bleibe ich Silvester recht nachdenklich. Bis Mitternacht schaffe ich so gerade wach zu bleiben. Böller gibt es hier überhaupt keine, vereinzelt sieht man eine Rakete in den Himmel steigen.

 

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