4 Tage Strand

 


Der Strand ist relativ schmal. Das liegt entweder daran, dass man nur Platz hatte zwischen der benachbarten Lagune und dem Wasser zu bauen oder aber, dass man einfach nur illegal alles vollgebaut hat. Ich weiß es nicht. Auf jeden Fall wirkt es ziemlich improvisiert. Feste Bauten gibt es eher nicht, alles ist aus Holz. Eine etwas größere Welle, ein Tsunami, und alles ist definitiv weg. Vor ein paar Tagen hatte mich ein Erdbeben vor Costa Rica gesorgt, aber das war im Pazifik, also Entwarnung. In den Holzhäusern ist die Privatsphäre lediglich über den Sichtschutz gegeben, nicht so über den Lärmschutz, man liegt förmlich mit den Leuten im Nachbarzimmern im Bett. Man hat diverse Abenteuer eingebaut, unter anderem die kleine Schwelle oben an der Treppe, die, so man nicht exakt die Augen auf dem Boden hat, dafür sorgt, dass man garantiert in erhöhter Geschwindigkeit die Treppe runterfliegt. Die sanitären Anlagen sind ebenso provisorisch wie der Strom und alles andere. Ein junges Pärchen arbeitet in meinem Hotel und macht alles. Sehr süß beide. Anfang zwanzig mit kleinem Sohn, vielleicht 2 Jahre alt. Für mittags und abends bekomme ich immer einen Tipp wo ich essen gehen kann. Meist ist es ein anderes Hotel/Hostel, wo Mutti noch selbst kocht. Im Vergleich zu anderen Orten ist es recht teuer, aber sehr lecker und bodenständig zugleich. Die Welt ist weit weg. Im Internet wird viel Schlechtes über diesen Ort berichtet, z.B., dass man allerorten abgezockt wird. Das Einzige, was ich bisher mitbekommen habe, dass man hier für Kartenzahlung bis zu 20 Prozent Aufschlag verlangt, ansonsten bin ich bisher verschont geblieben. 

 


Einen Tag verbringe ich auf einer Bootstour – der 4-Insel-Tour, mit Delphingarantie. Die Garantie sieht so aus, dass man auf einer Insel abgesetzt wird, an der jede Menge Becken im Meer abgetrennt sind, in denen dann diverse Meeresbewohner eingesperrt ihr Leben fristen. Leider etwas ärmlich und leider auch im Vergleich viel zu teuer. Der nächste Stopp ist vor der Insel des ehemaligen Drogenbosses Escobar. Eine Villa steht darauf, was sonst? Vor der Wahl stehend: eigene Wahl mit Insel und sterben mit 42 Jahren oder länger leben ohne Insel, ist meine Wahl eindeutig. Mein Leben ist schön wie es ist. So lebe ich gerade jeden Tag entspannt vor mich hin und finde es ganz und gar nicht langweilig. La vida es buena!

 

 


 

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