Durchstarten

 


Ab heute werde ich wieder zu zweit reisen 😊 Anja ist auf dem Weg nach Costa Rica, ich auch. Auch wenn alles abgesprochen ist, bleibt ein wenig Aufregung, ob auch alles klappt. Mein Flug soll 2 Stunden vorher ankommen, Anjas Flug hat gleich mal 1 Stunde Verspätung. Da wir noch gute 3 Stunden von San Jose zum Hotel fahren müssen, steigt die Aufregung, denn wir werden in der kompletten Dunkelheit fahren müssen.



Immerhin kommt mein Flieger pünktlich an, allerdings auch erst nach dem zweiten Versuch. Die erste Landung bricht der Pilot ab und startet wieder durch. Mein erstes Mal und es fühlt sich schräg an, da einem sofort alle möglichen Katastrophenszenarien durch den Kopf gehen – Fahrwerk kaputt, Landeklappen auch, usw. Der Pilot beruhigt aber und erklärt diese Aktion umgehend. So klappt der zweite Versuch auch ohne Probleme und ich bin froh angekommen zu sein. Mein Versuch eine Sim-Karte zu kaufen, scheitert daran, dass ich nicht wusste, dass diese nur im Ankunftsbereich erhältlich ist. Ich befinde mich aber schon draußen und im Umkreis von 15 Minuten Fahrt gibt es keine Läden eine zu kaufen. Also E-SIM. In Kolumbien bin ich daran verzweifelt, hier auch. Eine gute Stunde tüftel ich daran mein Mobiltelefon so einzustellen, dass ich die virtuelle Sim-Card nutzen kann. Schlussendlich funktioniert es dann irgendwie. Die Autovermietung ist gute 3 Kilometer vom Flughafen entfernt. Meinen ersten Gedanken dort zu Fuß hinzulaufen, verwerfe ich angesichts der Warnungen der Flughafenangestellten und sehe später im Shuttlebus den Grund. Ich wäre praktisch auf einer Schnellstraße ohne Bürgersteig gelaufen. Dieses Land ist definitiv nicht fußgängerfreundlich. Zudem drängt die Zeit, die Ankunft von Anja naht. Auf dem Rückweg zum Flughafen, jetzt motorisiert, lerne ich zusätzlich, dass man hier ganz allgemein im Verkehr nicht sehr freundlich miteinander umgeht. Was ich schon in Kolumbien gelernt habe, ist hier nicht anders: niemand lässt einen vor oder nimmt Rücksicht. Man nutzt jeden Zentimeter Platz für sich und überlässt auf keinen Fall Raum für andere Fahrzeuge. Die eine oder andere (fast) Vollbremsung ist nötig. Die drei Kilometer bringe ich irgendwie erfolgreich hinter mich. Die Achtung vor der knapp 200 KM Strecke später steigt ins Unermessliche.



Kurz vor Ankunft des zweiten Fliegers bin ich zurück am Flughafen. Es stellt sich heraus, dass ich noch einiges an Zeit gehabt hätte – der Koffer kommt nicht mit. So fahren wir insgesamt gut 3 Stunden später als geplant in völliger Dunkelheit los. Es ist dunkel, die Autos blenden alle, die Abfahrten sind extrem schlecht ausgeschildert, die Straßen in mäßigem Zustand, wir werden rechts und links überholt und teilweise ausgebremst. Ich fahre auf Sicht und nach Gefühl und es geht tatsächlich alles gut. Je weiter wir uns von der Hauptstadt entfernen, desto entspannter wird der Verkehr und damit auch wir. In der Dunkelheit lassen sich Gebirge und viel Vegetation erahnen. Die eine oder andere Palme und Banane wird sichtbar, schließlich fahren wir am Pazifik entlang, von dem wir aber quasi nichts erkennen können. Ankunft in einem Land, das wohl sehr schön sein muss, das sich uns aber am ersten Abend nicht zu erkennen gibt. Vollständig und heile erreichen wir das Hotel. Ein neuer Urlaub beginnt, luxuriös und spannend.

 

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