Monteverde Nebelwald
Im Norden des Landes liegen mehrere Nationalparks, ein besonders empfohlener der Nebelwald von Monteverde. Um nicht wieder vor verschlossenen Türen zu stehen haben wir dieses Mal alles durchgebucht. Es scheint, dass der Tourismus in Costa Rica enorme Ausmaße angenommen hat, so dass der Zutritt zu den Nationalparks limitiert wurde. Im Grunde ist das ja gut, denn die wenigen Pfade in den Parks sind damit nicht völlig ausgetreten.
Die Entfernung von Manuel Antonio oder Quepas nach Monteverde, wo der legendäre Nebelwald liegt, beträgt nur gute 180 Kilometer, für die man aber – siehe gestriger Blogeintrag – enorm viel Zeit benötigt. Es geht erst gute 120 Kilometer an der Pazifikküste entlang und dann den Rest landeinwärts. Die Landschaft ist relativ flach und vertrocknet. Ende April endet die Trockenzeit und ich gehe mal davon aus, dass die Landschaft daher zu dieser Jahreszeit immer so aussieht. Dagegen spricht die Temperatur von 38 Grad. Das halte ich nicht für normal. Je weiter wir ins Landesinnere fahren, desto bergiger wird es und dann, von jetzt auf gleich ist alles grün und die Berge hängen in den Wolken/im Nebel. Der Name Nebelwald ist offensichtlich Programm.
Erstaunlich ist der enorm schnelle Wechsel von total trocken zu feucht und grün. Für den folgenden Tag haben wir für 14.00 Uhr eine geführte Tour gebucht. Davor lassen wir uns auf einer Schmetterlingsfarm die verschiedenen Schmetterlingsarten sowie allerlei sonstiges Kleingetier zeigen und erklären, Skorpione, Taranteln, Kakerlaken, Stabheuschrecken, Schlangen und Tausendfüßler. Ein guter Einstieg für den Park.
Ein tiefenentspannter Guide kommt recht unpünktlich, so dass wir schon nervös und ich leicht säuerlich werde. 30 Minuten verspätet beginnt unsere Tour, aber die ist wirklich wunderbar. Wir spazieren durch sattes unendliches Grün. Ein immerwährender Kampf um Ressourcen herrscht. Die großen Bäume haben zwar den Lichtvorteil, werden dafür aber über und über mit Moosen, Flechten, Farnen und Schmarotzerpflanzen besiedelt. Teilweise so sehr, dass sie übergewichtig werden und bei starkem Regen und Sturm umkippen. Das daraus resultierende Überangebot an Licht ermöglicht es dann wieder anderen Pflanzen sich anzusiedeln usw.
Der Wald ist erfüllt von lautem Vogelgeschrei, das Jagdziel des Tages der Quetzal, ein in Mittelamerika heimischer, sehr seltener kleiner Vogel, der sich ungern zeigt. Derzeit ist allerdings Brutsaison, was es noch ein wenig leichter macht ihn zu entdecken. Und hier ist der Guide Gold wert. Er findet und erklärt alles und beantwortet alle Fragen, die wir so haben. Ohne ihn hätten wir weder Taranteln, noch Stabheuschrecken, einen Tucan oder eben den Quetzal gesehen. Immer wieder wird gelauscht, gewartet, werden kleine Dinge erklärt, so dass wir recht wenig laufen, aber unglaublich viel sehen. Allein wären wir unwissend geblieben.




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