Teil 3 - Bogota

 


Nach Afrika brauchte ich erst einmal eine Pause. Nach einer Woche in Berlin war ich 3 Wochen in Thailand, wo ich praktisch nichts gemacht habe, was mit neuen Eindrücken zu tun hatte. Da ich dort so ziemlich alles kenne, habe ich einfach nur entspannt Urlaub gemacht mit Strand, Restaurant und einfach nur schnödem Sein. 

Am 27. Februar startet für mich der dritte Teil meines Sabbaticals mit dem Flug nach Bogota. Air France, die Airline mit der charmanten Patina ist nach wie vor charmant und auf jeden Fall empfehlenswert, hat jedoch leider nicht mehr dieses geniale stilvolle Menü mit Aperetif und Rotwein auf dem Tablett, sondern bietet leider nur noch ein eingedampftes Menü komplett in Wegwerfgeschirr an. Sehr schade.

Bereits zwei Tage vor Abflug hatte ich dieses unangenehme Kratzen im Hals. Auf dem Flug startet dann die Erschöpfung, der Husten entwickelt sich während des Fluges prächtig und direkt bei der Landung in Bogota ist sie dann da: eine kapitale Erkältung. Zusammen mit der Höhe (2600 Meter über NN) und dem Jetlag haut es mich dann völlig um. Die geplanten 3 Tage in Bogota erweitere ich auf 6 Tage, in denen ich faktisch lahmgelegt bin. Ich schaffe lediglich Mini-Wanderungen und muss dann wieder für einige Zeit ins Bett. Der Laune ist das überhaupt nicht zuträglich und ich kämpfe mit dem Drang den nächsten Flieger nach Hause zu nehmen. Dabei ist Bogota ganz wunderbar. Die Stadt ist für mich eine Mischung aus Bolivien (La Paz) und Tibet (Lhasa) und sehr lebendig. Auf der Straße begegnen einem sehr viele fliegende Händler, es gibt Unmengen an Restaurants, Bars und Cafés. Die Temperaturen auf dieser Höhe sind erstaunlich hoch – 28°C – der Himmel wechselt permanent von Sonne zu Wolken und wieder zurück. Die wenigen Kolumbianer, die ich mitbekomme, sind durchweg liebenswert und freundlich, vor allem sprechen sie ein leicht verständliches Spanisch, so dass selbst ich mit meinen rudimentären Kenntnissen sehr vieles verstehen kann. Das Preisniveau ist aus europäischer Sicht höchst angenehm und das Budget reicht dicke. Für die Kolumbianer ist allem Anschein nach alles ziemlich teuer. Die Armut ist allerorten sichtbar. Auffällig ist, dass es kaum Supermärkte gibt. Diejenigen, die sich so nennen haben nur ein winziges Sortiment.


Alles in allem ist es aber wunderschön in dieser Stadt, jedoch für mich zunächst nur mit angezogener Handbremse erfahrbar. Am letzten Tag in Bogota wage ich mich dann an eine Tour auf den Hausberg Monserrate. Mit fast 3200 Höhenmetern eine zusätzliche Strapaze. Der Ausblick ist allerdings phänomenal und entschädigt die Atemnot (möchte man wissen wie man sich in jeweils 20 Jahren fühlt, so steige man auf eine Höhe ab 2500 Meter) Wolkenfetzen jagen über den Himmel, einzelne Sonnenstrahlen beleuchten die Stadt. Wenigstens ein Minimum an Sightseeing zum Abschluss. Den Rest erledige ich dann, wenn ich wieder zurück bin. Nächstes Ziel ist Salento.

Kommentare

Christian hat gesagt…
Willkommen zurück in Lateinamerika 😊
Du machst auf jeden Fall alles richtig.
Liebe Grüße
Christian

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