Ärgernisse

So schön dieses Land ist, manchmal nervt es auch kolossal. Da ist zum einen der permanente Lärm, der teilweise alles sprengt, was man sich vorstellen kann. Sei es in einem Club, wie schon berichtet, sei es einfach nur in einem Restaurant. Entweder die Restaurantbetreiber drehen selbst ihre Verstärker bis zur Schmerzgrenze auf oder draußen kommt ein "Künstler" des Weges und schreit ins Mikrofon des ebenfalls voll aufgedrehten mobilen Verstärkers. Der Spontan-Rapper wechselt sich mit dem verhinderten Opernsänger ab. Sind diese fertig, kommen Posaunen und Trompeten zum Einsatz. Selbstverständlich ebenfalls elektronisch verstärkt. Jericho könnte man mehrfach damit dem Erdboden gleichmachen. 



Vor dem Restaurantbesuch gilt es aber den Händler-Bettler-Hindernisslauf zu absolvieren. Ohne Unterlass bekommt man Zettel, Hände, Speisekarten, Souvenirschrott oder sonstwas ins Gesicht gehalten, so dass man kaum den Boden sehen kann, der mitunter lebensgefährlich ist, weil Gullis fehlen, überall Schlaglöcher sind oder plötzlich irgendetwas in den Weg ragt, so dass man sich den Kopf stößt. Gern würde man im Hotel entspannen, wären da nicht die Party-Trucks, Bierbikes sind eine Oase der Ruhe dagegen. Die halbe Nacht donnert eine Mini-Loveparade nach der anderen durch die Straße, so dass man aufrecht im Bett steht. Mir ist es völlig unverständlich, dass die Einheimischen selbst nicht dagegen aufbegehren, aber wahrscheinlich ist man tatsächlich mit wichtigeren Problemen beschäftigt. Von all dem abgesehen geht es mir in Santa Marta richtig gut. Es ist warm und in der Bucht von Santa Marta geht die Sonne ähnlich dramatisch unter wie in Afrika. 


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