Puerto Viejo
Etwa 200 Km die Karibikküste runter befindet sich unser letztes Ziel bevor wir wieder in San Jose sein werden und abfliegen. Bei dem Namen hatte ich mir einen alten idyllischen Fischerort vorgestellt mit kolonialen Häusern usw. Der Ort ist dann aber ganz anders, eigentlich wie alle Orte mit recht provisorischen Häusern und vielen Baustellen. Unser Hotel ist am Rande des Ortes gelegen und sehr luxuriös. Zu Beginn erhalte ich einen langen Vortrag und eine lange Liste mit den Einzelpreisen für Schäden an dem Hoteleigentum, die ich per Unterschrift bestätigen muss. Erstaunlich was man so alles kaputt machen kann! Und noch erstaunlicher was das dann kostet. Ein Fleck auf dem Bettlaken kostet z.B. 50 Dollar. In Gedanken nutze ich verwerflicherweise das Handtuch und es ist NASS geworden. Ich gehe später und frage was das kostet. Dem Urlaubsfeeling ist das alles nicht zuträglich.
Am ersten Tag fahren wir zu einer Kakaofarm. Als wir gerade ankommen, brettern zwei Mädels auf Welt-Sinnsuche mit ihrem Moped ungebremst in ein parkendes Auto. Wir beide sehen es ungefiltert und die Verrenkungen sehen gar nicht gesund aus. Der Schrei vor dem Aufprall scheint als Bremse gedacht gewesen zu sein, zeitigt jedoch keine Wirkung, obwohl er laut genug gewesen ist. Zum Glück bewegen sie sich weiter, sind also nicht allzu schwer verletzt. Es folgen lautstarke, klagende Selbstvorwürfe der Fahrerin und besänftigende Sprüche der Beifahrerin, die, wenn ich die Kniestellung richtig deute, tatsächlich ziemlich verletzt ist und unglaubliche Schmerzen haben muss. Das Klagen der Fahrerin wird lauter und geht über in den Wunsch, dass man doch besser das Fahrrad gewählt hätte. Die Beifahrerin wechselt von besänftigend zu genervt. Mehrere junge Männer sind sofort zur Stelle und helfen, so dass ich zum Glück nicht hingehen muss. Vor unseren Augen endet eine Reise vorzeitig.
In diesem Bewusstsein klopfen wir beide dreimal auf Holz und lassen uns die Farm zeigen. Für mich eine der spannendsten Touren meiner Reise. Die einzelnen Schritte werden uns super gezeigt und erklärt und zum Schluss gibt es eine Verkostung. Costa Rica ist eigentlich kein Hauptexportland für Kakao, da aber Afrika derzeit als Produzent aufgrund von Wetter und Schädlingen überwiegend ausfällt und die Weltmarktpreise sich verdreifacht haben,, fällt der Blick der großen Schokoladenhersteller zunehmend auf dieses Land.
Ein kleiner Strandausflug rundet den Tag ab und wir machen es wieder wie die Einheimischen und gehen früh ins Bett.

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