Unterwegs nach und in Baranquilla
Nach fast einer Woche habe ich nun Cartagena verlassen. Es ist schon sehr touristisch hier. Jeden Tag jagen Touristen von Kreuzfahrtschiffen durch die Altstadt und den Ortsteil Getsemani Zumeist Amerikaner. Dann ist es kurz mal ziemlich voll, eine silberne Welle älterer Herrschaften durchflutet die Stadt und hinterlässt "plata" (=Silber=Geld) bis dann zum Abend nur noch die Rucksackreisenden übrig sind. Das Klima ist recht anstrengend, am Tag und in der Nacht herrschen schwüle Temperaturen über 30 Grad. Nun also auf nach Barranquilla. Mit dem Bus für 6 Euro fährt man zweieinhalb Stunden. Meist ist die Taxifahrt zum Hotel teurer als der Bus selbst. Das Bussystem in Kolumbien ist perfekt ausgebaut. Jede Menge Busse fahren in kurzen Abständen zwischen den Ortschaften. Die Busse selbst sind modern und in gutem Zustand, meist sogar mit demselben Entertainment, wie in Flugzeugen üblich. Voll ist es nie, so dass große Planungen unnötig sind.
In Barranquilla bin ich dann ziemlich überrascht. Die Stadt ist sehr sauber im Vergleich und ein frischer Wind weht (stürmt) den ganzen Tag durch die Stadt. Das Lebensgefühl ist hier völlig anders. Am Malecon, einem Flanierufer am Rio Magdalena, kann man wunderbar spazieren gehen und sich mit der berühmtesten Tochter der Stadt fotografieren lassen: Shakira ist hier geboren und hat lange hier gelebt.
Leider ist das so ziemlich alles, was diese Stadt touristisch zu bieten hat. Die Altstadt kann mit Cartagena nicht mithalten. Umso spannender ist das Nachtleben. Es gibt jede Menge schwule Bars und Clubs, man sollte dort jedoch niemals ohne Gehörschutz hingehen, es ist unbeschreiblich laut, ohne Schutz ist man nach einer Stunde taub. Dank der guten Ohropax verbringe ich aber zwei schöne Abend in verschiedenen Clubs, in denen sich die Schönen der Stadt versammeln.
Die Tanzflächen sind in Kolumbien immer mit Stehtischen ausgestattet. Eigentlich ein geniales System, muss man sich doch nicht exponieren, wenn man tanzen will. Man steht ja schon dort und fängt einfach an sich zu bewegen. Weiterer Vorteil ist, dass sich das Getränk direkt neben einem befindet und man zudem auf einer bereits vollen Tanzfläche steht. Es wird mächtig gefeiert und geflirtet und es dauert nicht lange bis die typischen Luft-Kopulationstänze beginnen. Man ist hier sehr körperlich unterwegs, bei dem Lärm auch die einzige Möglichkeit zu kommunizieren. Es ist einfach schön anzuschauen, insbesondere auch, weil Aussehen und Körperfülle anscheinend so gar keine Rolle spielen. Man ist wie und was man ist. Als zusätzliche Motivation ist das Personal hinter den Tresen barbusig unterwegs und anscheinend direkt aus dem Fitness-Studio hierhergebracht worden. So werden es dann mehr Biere als ursprünglich geplant,....





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