Überleben




Den täglichen Überlebenskampf bekommt man allerorten mit. Gebettelt wird überall. Um Geld, Hygieneartikel, um Klamotten. Anscheinend teilweise sehr erfolgreich, die meisten Jugendlichen tragen Nike-Sneaker. Durchaus möglich, dass die aber von den Verwandten im Ausland geschickt worden sind. In Kolumbien oder Südafrika war die Frequenz wesentlich geringer. Reich sind sie alle dennoch nicht. Die Hälfte meines Koffers habe ich im Laufe der Woche verteilt, auch mein altes Mobiltelefon habe ich verschenkt, allein der Gesichtausdruck des unverhofft Beschenkten war es das Wert. Nun fliegt im Koffer alles Durcheinander, aber das wird schon irgendwie gehen, 10 kg Gepäck so wenig hatte ich noch nie auf der Waage.
Meine Blogeinträge schicke ich erst nachdem ich das Land verlassen habe. Kuba 2.0, zwar funktioniert nicht alles perfekt online, aber die Überwachung per Telefon ist natürlich nun auch hier sehr einfach. Ich riskiere da lieber nichts. Jemand lacht mich allerdings aus, als ich ihm von meinen Befürchtungen erzähle, denn die Behörden könnten zwar, haben aber überhaupt keine technischen Mittel dazu. Datenschutz auf natürliche Art. Also eher Kuba 1.0.



Meine Abreise findet thematisch passend in einem Gangster-Chevrolet von 1952 statt. Schnell eingecheckt und große Vorfreude auf einen Supermarkt in Bogotá.
Wie hat mir Kuba gefallen?
Sehr schwer zu beantworten, vieles, was das Land eben auch so spannend macht liegt im Mangelsystem begründet. Dadurch entsteht dieses "Andere", dieses "Exotische", was aber nichts anderes für die Bevölkerung bedeutet als Leid. Ein wenig ist das wie Voyeurismus, Katastrophentourismus. Es drückt, es beschwert. Ich fühle mich sofort nach der Landung in Bogota befreit. Man hat durchgängig Internet, die Kreditkarte funktioniert und kann überall eingesetzt werden, die Taxifahrt ist flott organisiert, herrlich und gleichzeitig eine Perversion!



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