Halbzeit

Heute genau vor 6 Monaten habe ich Deutschland verlassen. Hals über Kopf, bloß weg. Leer, alle, runter. Akku leer (und wie sehr das so war, wie stumpf ich geworden war, bemerke ich eigentlich erst jetzt...). Mit vielen Fragen im Kopf. Ängsten. Unsicherheiten. Wie werde ich mich fühlen? Einsam?

Wenn ich den ersten Teil meiner Reise resümieren soll, dann gibt es eines, was mir an mir selbst auffällt und mich sehr froh macht: ich bin wieder (wenn auch gewichtstechnisch reduziert), es gibt mich wieder, ich kann mich wieder freuen! Ich kann wieder loslassen und das Vorhandene so genießen wie es gerade ist. Ob das nur hier in der Ferne in der Freiheit so sein wird, das wird sich zeigen, aber im Moment ist es wundervoll. Alles kann, nichts muss. Nicht alle Fragen sind geklärt, nicht alle Ängste weg, auch nicht alle Unsicherheiten, aber das ist egal. Nach der ganzen Zeit fühle ich mich wieder frisch, im Leben, mit Tagen voller Euphorie und großer Gelassenheit. Meine Befürchtung, dass es sehr einsam werden könnte, etwas wonach mich die meisten Reisebegegnungen fragen, hat sich nicht bewahrheitet. Es gibt unglaublich viele meines Alters, die ebenfalls eine Auszeit genommen haben. Tatsächlich stehe ich in der Entfernung in viel intensiverem Kontakt mit einigen Freunden. Ich glaube sogar neue Freunde gewonnen zu haben – ein Dank an die neuen Kommunikationsmöglichkeiten.

Also: mir geht es sehr sehr gut und ich glaube, dass diese Auszeit sehr wichtig für mich ist und ich nie eine bessere Idee gehabt habe....

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