Alpakas können sich nicht benehmen
Die Viecher spucken und sie glotzen noch dämlicher als ein Lama! Rotzlümmel erhält da doch gleich eine viel intensivere Bedeutung. Gut, kann ihn verstehen, dass er/sie (?) beleidigt ist, weil ich heute einen Pullover aus seiner Wolle gekauft habe und gestern an der Verspeisung seines kleinen Bruders beteiligt war, aber muss man da gleich ausfallend werden und mir ins Gesicht spucken?! Nun gut, das restliche Getier ist auch nicht angenehmer, das Lama steigt auf Kekssuche gleich mit ins Auto, die blöden Flamingos – schon wieder! - fliegen zu früh weg, noch bevor ich sie im Kasten habe, so dass ich im Schlamm hinterher robben muss, was auf 4500 Metern Höhe alles andere als ein Vergnügen ist. Die Pumas haben sich versteckt, lediglich die Kanickel verhalten sich vollständig ungewöhnlich und lassen sich fast anfassen. So verbringen wir heute zu viert den Tag: auf der Jagd nach Fotomotiven, von denen hier jede Menge existieren. Das eben waren nur die Tiere, die Landschaft ist nicht minder fotogen. (noch) erloschene Vulkane prägen diese Landschaft. Wie umgekippte Trichter ragen sie bis über 6000 Meter aus dem Erdboden, um sie herum kleinere Lagunen mit allerlei Vögeln, Feuchtwiesen mit Lamas, Vicunas, Alpakas, Nandus. Heute dann wieder im wahrsten Sinne des Wortes atemberaubend, denn ohne Ausnahme haben wir durchgängig das Gefühl demnächst zu ersticken oder wahlweise im Schnelldurchlauf um mindestens 40 Jahre gealtert zu sein. Ein Gekeuche und Gestöhne – kaum zum Aushalten. Auf dieser Höhe wird jeder Schritt zum Marathonlauf. Dieses Mal dankenswerter Weise allerdings ohne die anderen Begleiterscheinungen, die ich in Tibet hatte. Kopfschmerz und Übelkeit haben sich noch nicht gemeldet. Mag vielleicht auch an den Cocablättern liegen, die hier illegalerweise verkauft werden (wir befinden uns 5 Kilometer von der bolivianischen Grenze entfernt) und die angeblich gegen die Höhenkrankheit helfen sollen. Und alles was hilft – da kann ich doch nicht nein sagen, obwohl die nach Spinat schmecken und ich den eigentlich nicht mag. Was wäre da das Mutterherz glücklich – der Junge isst endlich Spinat. Na, wenn die wüsste....
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