Sand, Sand, Sand, Saaaaaand

 

Theoretisch ist damit für den heutigen Tag alles gesagt. Aber ein paar Worte möchte ich dann doch noch hinzufügen. Die Namib ist am beeindruckendsten, wenn die Sonne tief steht und die Dünen bizarre  Schatten werden.  Also abends oder morgens. Die Wahl fällt aufgrund der Temperatur auf morgens. Um 5.15 Uhr starte ich die gut 120 Kilometer bis zum Sossusvlei. Und siehe da: die Sonne in Afrika kann auch morgens dramatisch! Sossus bedeutet in der Sprache der Nama „blind“, vlei in Afrikaans „Senke“. Der Fluss Tsauchab floss ursprünglich wahrscheinlich bis zum Atlantik, über die Jahrtausende versandete er jedoch hier in Sossusvlei. Inzwischen fließt hier nur unterirdisch noch etwas Wasser, lediglich in der Regenzeit kann es vorkommen, dass die ganze Gegend hier überschwemmt wird. Zurück geblieben ist eine Salz-Ton-Ebene, die von riesigen orangenen Dünen umgeben ist sowie die vertrockneten Stämme von Kameldorn-Bäumen.
 


Sie verwittern aufgrund der klimatischen Gegebenheiten nicht, stehen seit tausenden von Jahren hier und bilden gemeinsam mit den Dünen und der Ebene das berühmteste namibische Fotomotiv. Und es ist wirklich fantastisch. Man muss sich schon ziemlich dämlich anstellen, um hier kein geniales Bild für die heimische Fototapete zu schießen. Manche Dünen kann man besteigen. Meine Wahl fällt auf die Düne „45“ und auf die Düne am Sossusvlei. Eine Plackerei! Schon am Morgen sind es 32 Grad und die Sonne ballert was sie kann. Aber keiner wagt es sich dieser Aufgabe nicht zu stellen – alt, jung, dick, dünn, einbeinig (nicht ausgedacht) – alle stiefeln dort hoch. Als Ergebnis hat jeder eine Sandeinlage in den Schuhen. Es ist ohne Zweifel eines der Highlights in Namibia. Völlig überhitzt, aber beseelt fahre ich am frühen Nachmittag zurück in mein Camp und hole den morgens verpassten Schlaf nach. Da im Zelt über 40 Grad sind, klappt das nur bedingt. Heute ist es echt heftig. Der Kreislaufradar signalisiert schließlich, dass ich definitiv zu wenig getrunken habe.


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